Bundesliga: 1. FC Köln ist Öko-Meister bei den Sponsoren

Bundesliga: 1. FC Köln ist Öko-Meister bei den Sponsoren

von Peter Vollmer

Fans und Medien beobachten Sponsoring in der Bundesliga immer genauer. Einige Fußballvereine und Unternehmen profitieren davon - andere verlieren Mitglieder.

Die Bundesliga startet an diesem Wochenende in die neue Saison und ein Meister steht bereits fest. Im Öko-Check des Greenpeace Magazins holen sich Rewe und der 1. FC Köln den ersten Platz.

Eine große Forschungsarbeit ging der Rangliste zwar nicht voraus, aber das Magazin suchte die bedeutendsten Nachhaltigkeitsbemühungen oder -fehltritte von Unternehmen heraus, die Fußballvereine sponsorn. So gewinnt der 1. FC Köln die Rangliste, weil Sponsor Rewe sein Geflügel nicht mit Gen-Soja füttert. Es sind aber vor allem Energiefragen, die über die Platzierung entscheiden: Der FSV Mainz mit dem Ökostrom-Sponsor Entega liegt auf dem dritten Platz, Hertha BSC Berlin und die Deutsche Bahn sichern sich den fünften Rang. Im Umkehrschluss liegen der HSV (Sponsor ist die Fluglinie Emirates) und Schalke (Sponsor ist das russische Energieunternehmen Gazprom) weit hinten.

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Entega und Rewe hatten Mainz und Köln schon 2011, als der FC zuletzt Bundesliga spielte, auf die ersten beiden Plätze des Rankings gebracht. Der Kölner Handelskonzern stellte vor sechs Jahren komplett auf Ökostrom um und gewann einen Recyclingpreis. "Umweltschutz und soziale Verantwortung spielen auch beim Sport-Sponsoring eine immer wichtigere Rolle", erklärte Rewe-Sprecher Martin Brüning damals.

Wiesenhof-Sponsoring spaltet BremenDass die Rolle der Sponsoren so wichtig ist, dass sie sogar das Fan-Lager spalten kann, zeigt sich bei Werder Bremen. Der Verein mit der grünen Raute landet auf Rang 17 des Ökorankings, denn Sponsor Wiesenhof steht immer wieder wegen des Einsatzes von Gen-Futter und nicht tiergerechter Haltung in der Kritik. Als die Fleischfirma 2012 neuer Sponsor wurde, traten zahlreiche Mitglieder aus dem Verein aus. Ex-Umweltminister Jürgen Trittin legte aus Protest sein Amt als Umwelt-Botschafter von Werder nieder.

Zwar kam Werder nicht ganz freiwillig mit Wiesenhof zusammen, da der Verein zuvor Marketingrechte verkauft hatte. Doch in diesem Frühling verlängerten Werder und Wiesenhof ihre Zusammenarbeit. Fans sahen deshalb "die Integrität des SV Werder Bremen […] massiv erschüttert", wie es auf einer ihrer Seiten heißt. Weitere Austritte folgten, die Facebookgruppe "Wiesenhof als Werder-Sponsor? NEIN Danke" hat fast 17.000 Mitglieder.

Doch so kritisch betrachtet nicht jeder Fan das Sponsoring seines Vereins. Zum Sponsor Areva, ein französisches Unternehmen, das Nukleartechnik entwickelt, sagte ein Fan des 1. FC Nürnberg: "Mich interessiert Fußball, was die Spieler auf ihrem Trikot stehen oder auf ihren Hintern tätowiert haben, ist mir völlig egal."

Trotzdem zeigen die Kritik der Fans auf der einen und die positiven Schlagzeilen für Clubs wie den 1. FC Köln auf der anderen Seite, wie sehr mittlerweile auch die gesellschaftliche Verantwortung der Fußballsponsoren unter Beobachtung steht.

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