Bundesregierung plant: E-Autos sollen jede Ladesäule nutzen dürfen

Bundesregierung plant: E-Autos sollen jede Ladesäule nutzen dürfen

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Spontan laden, ohne Vertrag: Die Bundesregierung will das Laden an öffentlichen Säulen vereinfachen.

von Ruth Herberg

Wichtiger Schritt für die Elektromobilität: Künftig sollen Fahrer ihr Auto an jeder öffentlichen Station laden können - auch ohne Vertrag mit dem Betreiber.

Was in Staaten wie Großbritannien bereits gang und gäbe ist, soll sich in Deutschland nicht weiter durchsetzen: Dass Fahrer von Elektroautos eine Ladesäule ansteuern und dennoch keinen Strom ziehen dürfen. Denn viele Betreiber wollen, dass der E-Auto-Fahrer sich im Vorfeld zumindest anmeldet, wenn nicht sogar einen Vertrag unterschreibt. Wer das nicht getan hat, steht im Zweifel mit leerer Batterie vor einer Ladesäule und kommt dennoch nicht weiter.

Diese Regelung ist nicht gerade förderlich für den Ausbau der Elektromobilität in Deutschland. Das hat offenbar auch die Bundesregierung erkannt, denn sie plant nun eine entscheidende Änderung der Ladesäulenverordnung (LSV): In Zukunft soll es Fahrern von Elektroautos möglich sein, ihr Fahrzeug an allen öffentlichen Stationen laden zu können – ganz egal, von welchem Anbieter diese betrieben werden. Die Anmeldung und das Bezahlen an der Säule könnten über das Handy abgewickelt werden, beispielsweise mit einer App.

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"Nummer sicher" bedeutet ein Dutzend Verträge

Bislang ist unkompliziertes Laden meist nur dann möglich, wenn der Fahrer mit dem Betreiber der Ladesäule im Vorfeld einen Vertrag mit teils langer Laufzeit abgeschlossen hat. Das bisher geltende Recht verbietet es den Anbietern nämlich nicht, Strom nur an die Kunden abzugeben, die einen Vertrag abgeschlossen haben. Wer sein Elektroauto also unterwegs laden will, muss entweder eine bestimme Ladesäule ansteuern oder aber mit den Betreibern sämtlicher Stationen vorsorglich einen Vertrag abschließen – das wären bundesweit aktuell rund ein Dutzend verschiedene Verträge.

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Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW) begrüßt den nutzerfreundlichen Plan der Bundesregierung: „Mit den geplanten Ergänzungen zur Ladesäulenverordnung stellt die Politik weitere Weichen für die Zukunft des Gesamtsystems Elektromobilität“, sagte Stefan Kapferer, Vorsitzender der BDEW-Hauptgeschäftsführung, anlässlich der Anhörung zur Gesetzesänderung, zu der die relevanten Verbände angehört wurden. Wann die Änderung der LSV in Kraft treten soll, ist noch nicht bekannt.

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