Chinesen drucken Haus: Werden Bauarbeiter bald arbeitslos?

Chinesen drucken Haus: Werden Bauarbeiter bald arbeitslos?

von Tobias Finger

Das chinesische Unternehmen Winsun hat eine Villa aus Recyclingmaterial gedruckt – bald sollen Wolkenkratzer folgen ...

Die wohl modernste und nachhaltigste Villa Chinas wurde nicht nur aus recycelten Materialien hergestellt ... sie kommt auch noch aus einem 3D-Drucker!

Das Unternehmen WinSun nutzte Bauabfälle und neu aufbereitete Steine, um das 1115 Quadratmeter große Anwesen Schicht für Schicht zu drucken. Der 3D-Druck von Gebäuden ist damit einen großen Schritt vorangekommen.

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Druck mit BauabfällenFür den Druck der Häuser verwendeten die Chinesen einen Drucker, der eigens für diesen Zweck entwickelt und designed wurde: Er ist sechs Meter hoch und hat ein Druckbett von mehr als 370 Quadratmeter Fläche. Die Druckköpfe spucken eine Kombination aus Zement und recycelten Baumaterialien aus.

Die einzelnen Teile des Designs werden schichtweise aufgetragen und müssen anschließend nur noch aushärten, bevor Schlüsselstellen mit Stahl verstärkt und Isolierungen in die Hohlräume der Konstruktion eingebracht werden können.

Zwar haben auch schon andere Unternehmen Gebäude gedruckt, WinSun ist aber drauf an dran, ein neues Zeitalter der Nachhaltigkeit für die Immobilienindustrie einzuläuten.

Revolution in der ImmobilienindustrieAus dem gleichen Printer, der das Anwesen druckte, kam auch schon ein fünf Stockwerke hohes Appartmentgebäude. Wie lange das gedauert hat? Einen Tag zum Drucken, fünf weitere für den Zusammenbau. Das ist schneller als die Herstellung eines Fertighauses, die dazu noch in einer Fabrik abläuft und nicht direkt am Standort.

Zusätzlich überzeugen 3D-Drucker auch beim Druck von Häusern in puncto Materialeffizienz. Es entsteht nahezu kein Abfall, da das Gerät nur das Material verwendet, dass das Design vorsieht. Hinzu kommt beim Drucker von WinSun noch der Recycling-Anteil beim Material, wodurch der Ressourcenverbrauch noch niedriger bleibt.

Ebenfalls gering ist der Bedarf an menschlicher Arbeitskraft. Bauarbeiter dürfte diese Entwicklung also eher nicht erfreuen.

Nachhaltige Produktion, günstige PreiseAuch in der für den Verbraucher interessantesten Kategorie überzeugen die gedruckten Häuser: Das Riesen-Anwesen kostet nach Unternehmensangaben lediglich 161.000 US-Dollar. Ein Fertighaus der gleichen Größenordnung kommt den Käufer um ein Vielfaches teurer zu stehen.

In nicht allzu ferner Zukunft könnte der 3D-Druck also die immer gravierenderen Platzprobleme der sieben Milliarden Menschen auf der Erde auf günstige und effiziente Weise lösen. Die Hälfte von ihnen lebt mittlerweile in Städten.

Dass 1000-Quadratmeter-Villen dafür weder die platzsparendste, noch die günstigste Variante sind, wissen auch die Designer bei WinSun. Aber sie können es auch weniger pompös: Im März 2014 druckten sie ebenfalls aus recyclten Materialien eine Baureihe von zehn kostengünstigen Wohnhäusern – zum Preis von jeweils 5000 US-Dollar.

Für die Zukunft denkt man bei WinSun allerdings in anderen Größenordnungen: Als nächste Projekte werden gedruckte Brücken und Wolkenkratzer angegeben. Um den Materialbedarf zu decken, sollen in ganz China bis zu 100 Recyclinganlagen den Betrieb aufnehmen.

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