Crowdfunding: So wird jeder zur Wetterstation

Crowdfunding: So wird jeder zur Wetterstation

von Markus Okur

Ein Team von kalifornischen Tüftlern will künftig jeden zur Wetterstation machen und so auf Klimawandel und Umweltverschmutzung hinweisen.

Es gibt viele Ideen, wie man unsere Städte ‘smarter’ gestalten könnte – eine davon ist, sie mit einer Vielzahl von Sensoren und datengesteuerten Diensten auszustatten, um die Effizienz und Lebensqualität zu steigern. Doch die meisten Diskussionen dazu kreisen fortwährend darum, wie Regierungen dieses Ziel erreichen könnten.

Ein Start-Up aus Kalifornien mit dem Namen "Acrobotics Industries" versucht dieses Thema nun zu demokratisieren und dem Bürger die nötigen Werkzeuge an die Hand zu geben, um ihn zu befähigen selber Daten zu sammeln. Auf der Crowfunding Plattform Kickstarter bittet das Team, zu dem auch Forscher des Institute for Advanced Architecture of Catalonia in Barcelona gehören, derzeit um Spenden für das sogenannte “Smart Citizen Kit”, einer Umwelt-Monitoring-Plattform.

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Das Gehirn des Smart Citizen Projekts ist der mit allerhand Sensoren ausgestattete Open-Source-Mini-PC “Arduino”, der vom Besitzer an einen geeigneten Standort – zum Beispiel den eigenen Balkon – gesetzt wird, um lokale Umweltdaten aufzuzeichnen. Von der Temparatur über die Luftfeuchtigkeit, Luftzusammensetzung (Kohlenstoff und Stickstoffdioxid), Helligkeit und die Geräuschkulisse können die verschiedensten Daten aufgezeichnet werden.

Die nötige Energie wird über ein kleines Solarmodul gewonnen. Die gesammelten Daten werden kontinuierlich und in Echtzeit an eine Online-Plattform übertragen, auf der die crowdgesourcten Daten aller Geräte visualisiert und auf einer Weltkarte dargestellt werden.

Bewusstsein für die Umwelt schaffenDie Erfinder erhoffen sich, dass sich durch diesen sehr persönlichen Zugang – einem Sensor, der in der unmittelbaren Umgebung beispielsweise Smog oder Fluglärm misst – ein wachsendes Bewusstsein für den Klimawandel und die Erderwärmung geschaffen wird.

Argumentiert wird zudem, dass mit einer steigenden Anzahl von "Smart Citizen"-Geräten die Wetterdaten immer genauer werden. Herkömmliche Wetterdienste von kommerziellen Anbietern mit nur wenigen Stationen könnten damit zunehmend obsolet werden. Wie wichtig es ist, die Öffentlichkeit über Umweltbedingungen zu informieren und zu ökologischerem Handeln zu animieren, zeigen beispielsweise die Smog-geplagten Städte in China.

Acrobotics Industries reitet mit seinem Smart Citizen Kit auf einer Technologie-Welle, die in aller Munde ist: Big Data. Übrigens hat auch schon Google kürzlich auf seiner alljährlichen Entwicklerkonferenz Google IO mit ähnlichen Sensoren experimentiert, um die Luftqualität und den Geräuschpegel während der Konferenz zu messen.

Das Smart Citizen Team hat noch viel vor: So seien bereits weitere Produkte wie ein Smart-Citizen-Rechner mit Sensoren zur Bestimmung der Wasserqualität in Planung.

Schon jetzt hat das Unternehmen bereits mehr als die Hälfte der benötigten 50.000 Dollar sammeln können. Für einen Beitrag von 105 Dollar enthält man nach der Funding-Phase ein Smart Kit zum persönlichen Gebrauch.

Berichtigung: Acrobotics Industries ist in Kalifornien angesiedelt und nicht in Barcelona, das Projekt 'Smart Citizen' entstand jedoch in Zusammenarbeit mit dem Fab Lab Barcelona.

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