Digitaler Garten: Wenn die Ranunkeln funken

Digitaler Garten: Wenn die Ranunkeln funken

von Anna Gauto

Apps, Digitalisierung und Robotik erobern das letzte analoge Biotop des Alltags: den Garten. Wir stellen zwölf der neuen elektronischen Helfer vor.

Fahrerlose Autos, 3D-Drucker, Klimaanlagen und Türen, die miteinander kommunizieren. Die digitale Vernetzung ist mittlerweile fast in jedem Winkel unseres Alltags angekommen. Nun hat die Informationstechnik auch unsere Ranunkeln erfasst.

Auch die kugeligen Blumen sollen sich vernetzen dürfen und unseren Smartphones und Bewässerungssystemen melden, wenn sie mehr Wasser oder Dünger brauchen. Technikfreaks freuen sich, wenn ein Robo-Mower den Rasen rasiert, ein Reinigungsroboter den Unrat aus dem Swimming-Pool saugt oder eine autonome Rotationsschleuder die Regenrinne poliert.

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Kein Wunder, dass die Digitalisierung unsere grünen Biotope erobert hat. Schließlich verbringen 41 Prozent der Deutschen ihre Freizeit am liebsten im Garten, wollen dort aber – nach Angaben des Industrieverbandes Garten (IVG) – immer weniger arbeiten, dafür mehr entspannen.

Warum schwitzen und ackern, wenn liebevoll programmierte Geräte auch im heimischen Grün die Arbeit schneller und vor allem von alleine machen? Gerade wer viel unterwegs ist oder in den Urlaub fährt, muss keine Angst mehr haben, dass seine grünen Lieblinge verkümmern: er gießt sie einfach von unterwegs. Per Fingerstreich auf einer App.

Außerdem können gerade Robomäher und smarte Gartensysteme den Verbrauch von Strom und Wasser erheblich senken. Wir stellen einige der neuen Gartenhelfer vor.

Mähen per SMSDiese Innovation dürfte Allergiker besonders freuen: Künftig müssen sie den Rasen nicht mehr unter Tränen mähen und auch der teure Gärtner fällt weg. Ein Gartenroboter säbelt für sie die Wiese kurz – bei Sonne oder Regen, und das völlig eigenständig. Ein Akku treibt den Automower Solar Hybrid von Husqvarna an, der Flächen bis zu 2.200 Quadratmeter pflegt.

Robomower verbrauchen gewöhnlich weniger Energie als herkömmliche Mäher. Das gilt besonders für dieses Modell, das Energie teilweise aus integrierten Solarzellen bezieht. Doch auch der Miimo 300 von Honda für 2.549 Euro spart Energie. Geht ihm doch einmal die Kraft aus, findet er die Ladestation automatisch, lädt sich auf und schnibbelt weiter. Wer es verspielter mag, wählt einen Rasenroboter mit iPhone-App, GPS, SMS-Benachrichtigung oder Solarzellen.

Digitale GießkanneWer gießt die Rosen, wenn niemand zu Hause ist? Der moderne Gartenheld macht das selbst, gern auch vom Strand aus. Mit der Handy-App des US-Anbieters Rachio steuert er sein smartes Bewässerungssystem „Iro“.

Wer ganz abschalten will, im Urlaub oder daheim, überlässt seine Blumen komplett der digitalen Gießkanne. Denn Iro, das im Wesentlichen aus einer Kontrollhardware, einem Adapter und der App besteht, greift auf aktuelle Wetterdaten zu, ist lernfähig und stellt sich auf jeden Garten ein. Das System weiß, welche Pflanzen weniger Wasser brauchen. Das gibt ein Fleißkärtchen von der Ökofee, denn Iro spart viele Liter. Zu haben ist Iro für umgerechnet 184 Euro.

Ähnlich funktioniert das smarte Bewässerungssystem „Greenbox“. Es erscheint im Herbst 2014 und wird etwa 161 Euro kosten.

Wer nur seinen Wasserverbrauch im Blick behalten will, schraubt einen digitalen Wasserzähler zwischen Anschluss und Gartenschlauch. Die Hersteller Gardena oder Pearl bieten sie für unter 20 Euro an.

Gartensensoren kontrollieren die TomatenIn Sekunden verwandeln die Sensoren von „Edyn“ ordinäres Grün in eine intelligente Wellness-Oase. Ein Informatikstudium ist nicht nötig: Man schiebt das gelbe Messgerät in die Erde, das meldet wie feucht, nährstoffreich oder trocken der Boden ist. Der Sensor kommuniziert via WiFi mit der App der Besitzer. Sie zeigt nicht nur in Echtzeit, ob sich die Tomaten mehr Wasser oder Licht wünschen. Sie verrät auch, welche grüne Diva am besten im eigenen Garten gedeiht und welcher organische Dünger ihr gut tut.

Edyn läuft über Solarzellen und Akku. Ein Sensor wird voraussichtlich unter 100 Euro kosten, wenn Edyn im März 2015 auf den Markt kommt. Auf edyn.com sind Vorbestellungen bereits jetzt möglich.

Auch beim „Flower Power“-Ast von „Parrot“ melden Pflanzen ihre Bedürfnisse via App. Die Modelle kosten bei Amazon zwischen 40 und 70 Euro.

Die Garten-Drohne vertreibt Marder und FuchsLeider gibt es noch keine Roboter zu kaufen, die das Unkraut aus den Beeten harken. Apps wie Top Unkraut helfen dem Gartenfreund jedoch, lästiges Gewächs zu entfernen.

Wer sich beim Entkrauten keinen Hexenschuss holen möchte, greift zusätzlich zum Weed Dragon“, der Wildwuchs mit einer Propan-Flamme abfackelt (bei Amazon mit Propan-Zylinder für umgerechnet 76 Euro).

Unerwünschte Besucher, wie Marder und Fuchs, verscheucht künftig eine Überwachungsdrohne, die nach jedem Ausflug automatisch auf ihre Ladestation zurücksurrt. Noch ist die „Garden Gnome Drone“ nur ein Prototyp.

Wer nicht warten möchte, gern bastelt und Ruhe im Hühnerstall will, macht aus der AR.Drone 2.0 von „Parrot“ (349 Euro) vom selben Hersteller sein eigenes Überwachungssystem.

Fleißiger Pool-Taucher 

Das Kabel in die Steckdose und bald schon schimmert der Swimmingpool wieder türkis. Ein Unterwasser-Roboter berechnet anhand der Größe des Pools seine Reinigungsroute selbstständig. Er saugt und wischt den Dreck vom Boden, den Treppenstufen und den Beckenwänden. Bewährt haben sich die Modelle „TigerShark QC“ von „Hayward“ oder auch der „Triton Robotic Pool Cleaner“ von „Dolphin“, die bei umgerechnet 608 Euro liegen.

Die Rotationsschleuder poliert die RegenrinneLeiter rauf, runter, rauf: Saubere Dachrinnen und Abflüsse sind all zu oft Resultate eines nicht ungefährlichen, langwierigen und mühsamen Wochenend-Jobs.

Der „iRobot Looj“ schabt und fegt alte Blätter und tote Insekten eigenständig oder ferngesteuert aus der Dachrinne. Für neun Meter benötigt er fünf Minuten. Damit ist er fünf mal schneller als ein Mensch. Kosten: 299 Euro.

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