Elektromobilität: Startup macht Kanaldeckel zu Ladestationen

Elektromobilität: Startup macht Kanaldeckel zu Ladestationen

von Felix Ehrenfried

Flach wie eine Flunder - das US-Startup Hevo will Kanaldeckel zu Stromtankstellen für Elektroautos umfunktionieren. Ist das die Lösung der Ladesäulen-Problematik?

Viele Straßen sind übersät von ihnen, eine sonderlich große Rolle spielen sie für die meisten Verkehrsteilnehmer aber nicht: Kanaldeckel. Doch jetzt könnten die Gullis eine ganz neue Aufgabe bekommen.

Studenten des Polytechnic Institute an der New York University haben gemeinsam mit dem Startup Hevo Power ein System entwickelt, das Kanaldeckel zu kabellosen Ladestationen für Elektroautos macht.

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So könnte eine entsprechende Ladestation einfach an der Unterseite eines Kanaldeckels angebracht werden, die Stromzuleitungen kommen durch den Kanal. Der Strom wird dann per Induktion, also über ein unsichtbares Magnetfeld, in die Akkus der Autos übertragen.

Künftig könnten Autos mit der entsprechenden Technik die "elektrifizierten Gullis" erkennen und den Fahrer des Stromers an die richtige Stelle navigieren, sagt Jeremy McCool, ehemaliger Iraksoldat und Gründer von Hevo. Außerdem will das Team eine entsprechende Smartphoneapp entwickeln, die alle Kanaldeckeltankstellen verzeichnet hat.

Die Ladestation sollen sich dabei unterhalb eines Parkplatzes befinden. Dort muss der Fahrer seinen Wagen nur noch abstellen, den Rest übernimmt die intelligente Technik.

Mit ihren Ladestationen im Flunderformat könnten die Entwickler gleich zwei Probleme lösen, die mit einer zunehmenden Nutzung von Elektroautos aufkommen. Zum einen ist das Laden überaus leicht, es genügt eine richtige Positionierung des Fahrzeuges. Außerdem sinkt die Gefahr, dass der Akku morgens leer ist, wenn das Auto Abends nicht an die Steckdose gehängt wurde.

Die Lösung für mehr Ladestationen?Jedoch ist die Kanaldeckel-Lösung vor allem in Hinblick auf die größte Herausforderung der Elektromobilität charmant: Den Ausbau des Ladenetzes. Zahlreiche Ladesäulen in dicht besiedelten Städten wie New York aufzustellen, ist zeitintensiv und vor allem teuer. Eine einfache Intergration in das bestehende Straßenbild ist da schon viel leichter.

Damit ähnelt der Ansatz der New Yorker Entwickler ein wenig dem des deutschen Startups Ebee. Diese wollen Straßenlaternen zu Stromertankstellen umfunktionieren und benötigen dafür ähnlich wenig Eingriffe in das Straßenbild wie die New Yorker Techniker. Auch die Berliner von Ubitricity verfolgen einen ähnlichen Ansatz.

Derzeit verhandeln die Hevo-Gründer mit der New York, um erste Kanaldeckel Anfang 2014 zu Ladestationen zu machen. Die ersten Tests sollen dabei auf dem Gelände der New York University stattfinden. Die Frage bleibt allerdings: Existieren in den Städten genug Kanaldeckel an den Straßenrändern, um flächendeckendes Laden zu ermöglichen?

Hier noch ein Video zu der neuen Ladetechnik:

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