Energie aus Erneuerbaren: Costa Rica setzt fast nur noch auf Ökostrom

Energie aus Erneuerbaren: Costa Rica setzt fast nur noch auf Ökostrom

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Das größte Wasserkraftwerk Mittelamerikas mit dem Namen Reventazon ist vor kurzem in Costa Rica ans Netz gegangen. (dpa)

von Hendrik Bensch

76 Tage am Stück konnte Costa Rica seinen Strombedarf aus erneuerbaren Energien decken. Jedoch gibt es in Sachen Umweltfreundlichkeit noch einige Baustellen im Land.

In Deutschland ist der Anteil erneuerbarer Energie in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen – beim Bruttostromverbrauch bis auf 33 Prozent in 2015. Costa Rica ist da schon wesentlich weiter und hat jetzt einen Höchstwert hingelegt: Zwischen Juni und August bezogen die Costa Ricaner 76 Tage am Stück ausschließlich Ökostrom. Das war ein Tag mehr als im vergangenen Jahr und ist ein neuer Rekord.

Der hohe Anteil erneuerbarer Energie hängt mit den vielen Wasserkraftwerken im mittelamerikanischen Land zusammen. 80 Prozent der Elektrizität speisen sich derzeit aus den Kraftwerken, die wegen der Regenzeit reichlich Strom produzieren. Den verbleibenden Bedarf an Energie decken vor allem Geothermie-Kraftwerke, einen kleinen Teil liefern zudem Windräder.

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Energieausbeute abhängig vom Regen

So hoch wie in diesem Jahr ist die Energieausbeute aus Wasserkraft jedoch nicht immer. Denn bleibt der Regen aus, sinkt auch die erzeugte Strommenge. Costa Rica hatte beispielsweise 2014 mit starker Trockenheit zu kämpfen. Daraufhin stieg der Anteil fossiler Kraftstoffe für den Strombereich.

In Zukunft wollen die Costa Ricaner weiterhin kräftig die Kapazitäten für Wasserkraft ausbauen. Vor wenigen Tagen ist das größte Wasserkraftwerk Mittelamerikas ans Netz gegangen. Das 300-Megawatt-Kraftwerk versorgt mehr als 500.000 Menschen.

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Der Neubau ist Teil eines größeren Plans. Bis zum Jahr 2021 will die Regierung Costa Ricas "CO2-neutral" werden – wobei die Definition des Begriffs etwas eigenwillig ist. Nach ihrem Verständnis bedeutet das Ziel: 2021 soll der Kohlendioxidausstoß so hoch sein, wie er 2005 an das UN-Klimasekretariat gemeldet wurde.

Auch für diese Vorgabe sind noch einige Anstrengungen nötig. Denn im Verkehrssektor sieht die Lage in Costa Rica noch ganz anders aus als im Energiebereich. Hier steigt der CO2-Ausstoß beständig. Laut Umweltministerium war der Verkehr 2014 für etwa 70 Prozent des CO2-Ausstoßes des Landes verantwortlich. Bis auch in diesem Bereich fast nur noch erneuerbare Energie genutzt wird, ist es also noch ein langer Weg.

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