Energie-Kippe: Im Akku der Zukunft könnten Zigaretten stecken

Energie-Kippe: Im Akku der Zukunft könnten Zigaretten stecken

von Felix Ehrenfried

Zigarettenstummel enden bislang auf dem Müll, koreanische Forscher sehen in ihnen aber einen neuen Rohstoff.

Was südkoreanische Forscher vor kurzem erreicht haben wollen, klingt zu verrückt um wahr zu sein: Sie haben alte Zigarettenfilter mittels eines einfachen Verfahrens umgewandelt, sodass diese für die Herstellung von Energiespeichern verwendet werden könnten. Das berichtet der Greenoptimistic-Blog.

Genauer gesagt haben die Forscher aus den alten Fluppen ein Material hergestellt, das zur Umhüllung der Elektroden von sogenannten Superkondensatoren, also Bauteilen die besonders viel elektrische Energie speichern, eingesetzt werden könnte. Im Gegensatz zu Batterien, wo die Energie in chemischen Flüssigkeiten gespeichert wird, verwenden Superkondensatoren ein elektrisches Feld zur Energiespeicherung.

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Bisher wurden zur Ummantelung der Elektroden hauptsächlich Kohlestoffarten eingesetzt. Die neue "Zigaretten-Ummantelung" würde jedoch wesentlich besser funktionieren, schwärmen die Forscher der Seoul National University.

Sollte es wirklich möglich sein, alte, benutzte Zigarettenfilter in Energiespeichern zu recyceln, wären das ein Zugewinn sowohl für die Industrie als auch die Umwelt.

So ist der bisher verwendete Kohlestoff zwar günstig in der Herstellung, jedoch tüfteln Forscher schon lange an neuen Materialien, die eine noch bessere elektrische Leitfähigkeit aufweisen.

Günstiger und leistungsfähiger als bisherige MaterialienMittels einer speziellen Brenntechnik, Pyrolysis genannt, soll es den Forschern gelungen sein, die alten Filter in ein Material umzuwandeln, das der bisher verwendeten Kohlestoffart in Sachen Leitfähigkeit weit überlegen ist. Dabei sei das Verfahren nicht einmal teuer oder aufwendig. "Es handelt sich um einen einfachen Prozess mit nur einem Schritt", erklärt Jongheop Yi, einer der Autoren der Untersuchung.

Sollten also alte Zigarettenfilter zum wichtigen Rohstoff für die Industrie werden, dürfte auch die Umwelt profitieren. So verschmutzen weggeworfene Zigaretten Innenstädte wie Strände und Wälder weltweit, sogar in den Mägen von Fischen und Vögeln wurden bereits Zigarettenreste gefunden, wie der Greenoptimistic-Blog berichtet.

Daneben bindet ein Zigarettenfilter giftige Chemikalien, die er jedoch nach und nach wieder an die Umwelt abgibt.

Sollte das Umwandlungsverfahren wirklich so einfach und kostengünstig sein, dürften bereits bald erste Unternehmen mit Zigarettenstummel-Speichern experimentieren.

Dann fehlt nur noch das passende Verwertungssystem, um die alten Zigaretten einzusammeln und an Hersteller weiterzuleiten. So könnte vielleicht schon bald ein Großteil der abgerauchten Zigaretten statt auf der Straße in der Wertgutsammlung landen.

 

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