Energie: Norweger wollen Stromspeicher am Meeresgrund bauen

Energie: Norweger wollen Stromspeicher am Meeresgrund bauen

von Benjamin Reuter

Strom speichern ist teuer. Das soll ein innovatives Projekt für ein Unterwasser-Pumpspeicherkraftwerk ändern.

Wind- und Sonnenenergie an Land zu produzieren, ist mittlerweile etabliert. Nun scheint aber auch das Meer mit neuen Technologien wie Strömungs- und Wärmekraftwerken immer mehr zu einem Ort innovativer Energieerzeugung zu werden – und zu einem Ort, wo Strom gespeichert werden soll.

So haben norwegische Forscher um den deutschen Luftfahrtingenieur Rainer Schramm jetzt ihr Startup-Projekt „Subhydro AS“ vorgestellt. Laut Unternehmensinformationen soll es sich dabei um ein Pumpspeicherkraftwerk handeln – nur eben in Meerestiefen zwischen 400 und 800 Metern.

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Existierende Pumpspeicherkraftwerke an Land drücken das Wasser unter Stromzufuhr in ein höher gelegenes Becken. Wird Strom gebraucht, fließt es durch Turbinen wieder herab. Der Vorteil der Technik: Sie ist billig und kann große Mengen Energie lagern.

Rainer Schramm will etwas ganz ähnliches im Meer umsetzen. "Stellen Sie sich vor, Sie öffnen eine Luke in einem getauchten U-Boot. Das Wasser wird mit enormer Wucht ins innere schießen - genau das ist die Energie, die wir nutzen wollen", erklärt er.

Konkurrenz der MeeresspeicherSein Plan: Schießt das Wasser durch Turbinen in einen Tank unter Wasser, wird Strom produziert. Mit überflüssiger Energie wird das Wasser wieder aus dem Tank gepumpt. Dann ist er bereit für einen neuen Ladevorgang.

Laut Schramm könnte die Technologie ebenso kostengünstig sein wie Pumpspeicher an Land. Und sie könnte beinahe ebenso große Mengen Energie speichern: Die Tanks sollen mit einer Kapazität von bis zu einem Gigawatt groß genug sein, um bis zu 200.000 Haushalte gleichzeitig mit Strom zu versorgen.

Bisher hat Subhydro AS drei Technologiepartner und eine Reihe von Forschern für das Projekt gewonnen. Wann der erste Prototyp gebaut wird, ist allerdings noch unklar.

Schramm und sein Team sollten sich aber beeilen. Denn auch andere arbeiten an Unterwasser-Speichern. So basteln englische Wissenschaftler an Ballons, die auf dem Meeresgrund verankert, Energie in Form von Luft speichern. Belgische Unternehmer wiederum wollen ganze Inseln im Meer aufschütten, die als Pumpspeicherbecken dienen.

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