Energiewende vor Ort: Der Norden probt die Umstellung auf Ökostrom

Energiewende vor Ort: Der Norden probt die Umstellung auf Ökostrom

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Der Norden will mit einer eigenen Energiewende vorangehen.

von Angela Schmid

Schleswig-Holstein und Hamburg wollen Ökostrom und industrieller Digitalisierung zusammenführen - und innerhalb von 20 Jahren die eigene Energiewende abschließen.

Schleswig-Holstein und Hamburg wollen in puncto Energiewende den ersten Schritt machen - und mit der Verbindung von Ökostrom und industrieller Digitalisierung in den kommenden 20 Jahren vollständig auf Öko-Strom umsteigen. Dabei soll der Verbrauch der Erzeugung angepasst werden, was auch Konsequenzen für Produktionsabläufe in energieintensiven Unternehmen hat.

Die Region mit immerhin 4,5 Millionen Einwohnern soll so bis 2035 über die Hälfte der CO2-Emissionen reduzieren. Für den Hamburger Senator Frank Horch ein "Jahrhundertprojekt". Trotz der großen Herausforderung seien alle Beteiligten von dem Projekt überzeugt, versichert Harald Haase, Sprecher des schleswig-holsteinischen Wirtschaftsministeriums.

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In Norddeutschland werde schließlich der meiste Windstrom erzeugt. Ziel ist, die auf 15.000 bis 20.000 Megawatt geschätzten Erzeugungspotenziale für Strom aus erneuerbaren Energien in beiden Ländern voll auszuschöpfen. Aktuell werden etwa 7000 Megawatt dieses Potenzials genutzt.

In zehn Jahren sollen es schon 70 Prozent sein. Deutlich mehr als die Bundesregierung bis dahin für ganz Deutschland erreichen möchte und kann. Denn bis dahin wird der Strom nicht in den energiehungrigen Süden fließen können - so braucht es Abnehmer im Norden.

Energiewende vor Ort

Die Projektinitiative "NEW 4.0" ist ein Zusammenschluss aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik und will im Praxisgroßtest das Energiesystem der Zukunft erproben. Rund 60 Partner wollen die Energiewende vor Ort in rund 100 Einzelprojekten umsetzen. Horch: "Mit NEW 4.0 beschreiben wir, wie die Energiewende gelingen kann."

Ziel ist es, als "Schaufenster" für Deutschland, aber auch für Europa, die Machbarkeit der Energiewende aufzuzeigen. "Wirtschaft und Wissenschaft im Norden haben ein einzigartiges Bündnis geschmiedet", schwärmt Hamburgs Senator Frank Horch. Es ist aber kein rein politisches Projekt. Von den entwickelten Produktinnovationen und Lösungen sollen auch die beteiligten Unternehmen profitieren.

"Wir wollen den grünen Windstrom vor Ort nutzen und veredeln, auch für Wärme zum Heizen", sagt Meyer. Sicher ist: Gelingen kann eine hundertprozentige Versorgung mit Ökostrom aber nur mit effektivem Stromlast-Management, einem leistungsstarken Netz und neuen Stromspeichern. In diesen Bereichen erwartet Wirtschaftsminister Reinhard Meyer deshalb auch "viele Impulse – beispielsweise für unsere innovativen mittelständischen Unternehmen oder die Energieversorger im Land."

Ziel sei, zu zeigen, wie die vollständige Integration der Erneuerbaren Energien in einer Region mit extremen und wachsenden Ungleichgewichten zwischen Erzeugung und Verbrauch gelingen kann: "Die Einzigartigkeit und besondere Herausforderung von NEW 4.0 ist, das erstmalig das Zusammenspiel der unterschiedlichen technologischen Lösungsansätze, die marktorientierte Integration in den Energiemarkt und die regulatorischen Rahmenbedingungen ganzheitlich in diesem Praxisgroßtest erprobt werden. Die Ergebnisse werden zum Gelingen der notwendigen Transformation des gesamten Energiesystems beitragen", ist Koordinator und Projektleiter Professor Beba überzeugt.

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