Entwicklungsstandort: Hamburg wird Silicon Valley der Windindustrie

Entwicklungsstandort: Hamburg wird Silicon Valley der Windindustrie

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Die Hansestadt soll bei der Windenergie in Sachen Innovation und Entwicklung voran gehen. (Symbolbild: Bodo Marks/dpa)

von Angela Schmid

Hamburg könnte sich als kreatives Zentrum der Windbranche positionieren. Erste vielversprechende Ansätze gibt es bereits.

Neue Produkte, neue Dienstleistungen – die erneuerbaren Energien verändern die Strom- und Energieversorgung spürbar. Die Zeiten von einigen wenigen Kraftwerksbetreibern sind wieder passé. Etwa 1,5 Millionen Erzeuger gibt es heute. 2025 werden es drei bis vier Millionen sein. „Das setzt eine ganz andere Systemstruktur voraus und dafür muss das Energiesystem umgebaut werden“, sagt Professor Werner Beba von der Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg.

Der Leiter des Competence Center für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz (CC4E) will Produkte und Dienstleistungen entwickeln, um das Energiesystem der Zukunft auf neue Beine zu stellen. Beba: „Um das Klima langfristig zu schützen, braucht es innovative Lösungen und neue Konzepte für erneuerbare Energie und Energieeffizienz.“

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Leiter des CC4E hat ambitionierte Ziele

Die Ziele des „CC4E“-Leiters sind hochgesteckt. Er will das weltweit führende Innovationszentrum für die Energiewende in der Metropolregion Hamburg schaffen, thematisch ausgerichtet auf Windenergie, Systemintegration und Speicher. Die Hansestadt als Hauptstadt der Windenergie wäre dafür prädestiniert. Die Chance, die Stadt an der Elbe zu einem wichtigen Zentrum der Windenergie zu machen sei gut, glaubt der Professor. Er will eine Hightech-Schmiede entwickeln, die er mit dem Silicon Valley vergleicht.   

Um zukunftsweisende Lösungen und Konzepte zu schaffen, erhält das „ CC4E“,  gegründet an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, sechs Millionen Euro Fördermittel aus dem Programm „Starke Fachhochschulen – Impuls für Region“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF).  Das große Interesse an dem Thema zeigt sich dadurch, dass die Unternehmenspartner aus der Wirtschaft rund einer Million Euro Drittmittel darin investieren.

„Dieser Erfolg ermöglicht es uns, Innovationen für die erfolgreiche Umsetzung der Energiewende zu realisieren“, sagt Beba.  Ihm geht es darum, durch langfristige Partnerschaften mit Unternehmen und der Gesellschaft die Region als eine der führenden Innovationsstandorte für die Energiewende zu profilieren.

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Prof. Dr. Beba von der HAW Hamburg sieht in der Hansestadt großes Potenzial. (Jan-Simon Hußmann/HAW Hamburg)

In 13 Einzelprojekten mit 23 Kooperationspartnern aus Unternehmen, Universitäten und Behörden werden wirtschaftsnahe Lösungen realisiert. Wissenschaftler und Unternehmen arbeiten dabei unter einem Dach zusammen daran, Windenergie zur alltagstauglichen Standardtechnologie zu machen. „Eines der Projekte kann aus Windstrom Kraftstoffe herstellen“, erklärt Beba. Ein vielversprechender Ansatz, um den Weg von fossilen Kraftstoffen abzuwenden. Auch eine Windenergieanlage mit nur zwei statt der bisher üblichen Dreiblattrotoren, die Kosten um bis zu 30 Prozent verringern kann, gehört zu den Ideen.

 Schnelle Markteinführung

Neue anwendungsorientierte Verfahren für Speicherung zu betreiben, um die Produkte so schnell wie möglich in den Markt zu integrieren, zählt ebenfalls zu den Zielen. „Dabei schließen sich verschiedene Kompetenzen zusammen, die voneinander lernen und neue  Produkte und Ideen entwickeln“, so der Professor. „Wir wollen systematisch und nachhaltig Ideen in konkrete, wirtschaftlich verwertbare Produkte und Dienstleistungen realisiert werden.“

Deutscher Wärmemarkt Kampf mit harten Bandagen

Eine Auftragsstudie zeigt, wie sehr um die künftige Wärmeversorgung gestritten wird. Ein Trend könnte der fossilen Heizungsindustrie zu schaffen machen.

Mancherorts verbieten Kommunen bereits Gas- und Ölkessel in Neubauten. (dpa) Quelle: dpa

X-Energy lautet der Titel des Konzepts, mit dem sich das CC4E unter mehr als 80 Mitbewerbern durchgesetzt hat. Katharina Fegebank, Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung: „Die HAW Hamburg hat mit diesem Erfolg gezeigt, dass sie zu den besten Fachhochschulen in Deutschland gehört. Sie ist davon überzeugt, dass die Forschungsergebnisse dazu beitragen, die Energieprobleme der Zukunft zu lösen und Hamburg als Innovationsstandort zu stärken.

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