Ersatz für Erdöl: Nylon in Kleidung könnte bald aus Zucker sein

Ersatz für Erdöl: Nylon in Kleidung könnte bald aus Zucker sein

von Nora Marie Zaremba

Adipinsäure ist ein wichtiger Bestandteil von Nylon. Ein Forscherteam aus Singapur hat die Säure nun aus Zucker hergestellt.

In Zukunft könnte unsere Kleidung aus Zucker sein. Zumindest die Klamotten mit Nylon-Anteil. Denn Wissenschaftler aus Singapur haben jetzt erstmals Adipinsäure - ein wichtiger Grundbestandteil von Nylon - aus Zucker hergestellt.

In der Natur kommt Adipinsäure in Zuckerrüben oder Roter Bete vor. Der Stoff schmeckt säuerlich-süß und wird vor allem in der Lebensmittelindustrie eingesetzt, um Getränken oder Gebäck den letzten Pfiff zu geben.

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Das bisherige Verfahren ist energieaufwendig und belastet die UmweltAdipinsäure ist aber auch ein Zwischenprodukt von Nylon und somit in Kleidung, Teppichen, Zahnbürsten oder Seilen zu finden. Bisher wird der Stoff meist künstlich hergestellt. Das ist energieaufwendig und belastet die Umwelt. Zudem ist die Produktion immer auf Erdöl angewiesen.

Die Forscher des renommierten A-Star Instituts für Nanotechnologie in Singapur benötigen nun nichts anderes als Zucker, um Adipinsäure herzustellen. „So wird die Produktion von Nylon langfristig unabhängig von fossilen Brennstoffen", verspricht die Direktorin des Instituts, Jackie Y. Ying. Zudem sei das Verfahren umweltschonend, weil weniger C02 verbraucht wird. Das Argument, das die Industrie am meisten überzeugen wird, lautet: Zucker ist günstiger als Erdöl.

Weltweit forschen Wissenschaftler daran, wie Erdöl in der Kunststoffproduktion durch pflanzliche Öle, Zucker oder Stärke ersetzt werden kann. Das Team aus Singapur will sein Verfahren zur Herstllung von Nylon aus Zucker nun so weit bringen, dass es auch für den Massenmarkt taugt.

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