Fahrdienst: Clevershuttle will das deutsche Uber werden

Fahrdienst: Clevershuttle will das deutsche Uber werden

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Die Gründer von CleverShuttle. (Foto: PR)

von Kathrin Zeller

Billiger als Taxi, sicherer als Uber und obendrauf noch CO2-reduziert – der alternative Taxiservice CleverShuttle will den deutschen Markt erobern.

In München und Leipzig gibt es den ersten Fahrdienst Deutschlands, der sich einem nachhaltigen Modell verschrieben hat. Elektrofahrzeuge und Plug-In-Hybride holen auf Bestellung über eine App den Fahrgast ab. Dessen Zieldaten werden dann mit den Daten weiterer Kunden abgeglichen, um unterwegs Fährgäste einzusammeln. Diese können die Kosten dadurch aufteilen.

Positiver Nebeneffekt ist eine potentielle Verringerung von Fahrzeugen auf den Straßen. So wird CleverShuttle nach eigener Aussage zum günstigsten Fahrdienstanbieter Deutschlands. Rund 1500 Kunden nutzen den Dienst bereits in der Testphase mit ca. 470 Fahrten pro Woche, Tendenz steigend. Den Vorwurf mangelnder Sicherheitsstandards oder unfairen Wettbewerbs durch einen freien Fahrerpool ohne spezifische Kenntnisse der Personenbeförderung muss sich das Unternehmen dabei kaum gefallen lassen. Alle Fahrer sind bei CleverShuttle angestellt und verfügen über einen Personenbeförderungsschein.

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Clevershuttle positioniert sich an wichtigen Schnittstellen

Die Kombination aus CarSharing und Ökofahrdienst könnte ein weiterer Schritt der Verkehrswende sein, also der Dekarbonisierung des Straßenverkehrs. Im Jahr 2015 war eine im Auftrag des Umweltministeriums und der Deutschen Bahn erstellte Studie zu dem Ergebnis gekommen, dass durch ca. 1350 Autos aus Carsharing ca. 8000 private Fahrzeuge weniger auf Berlins Straßen unterwegs waren.

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Auch die Deutsche Bahn ist mittlerweile mit an Bord. (Foto: CleverShuttle)

Das Teilen der Taxis könnte ähnliche Effekte haben. Eine Studie der Berkley Universität, die auch Bikesharing mit einschließt, kommt zu ähnlichen Schlussfolgerungen, weist jedoch auch auf Substitutionseffekte von öffentlichen Verkehrsmitteln zu Fahrzeugen aus Car- oder Bikesharing hin.

Der Wirtschaftswissenschaftler Alexander Spermann von der Universität Freiburg, der sich bereits in verschiedenen Studien zu den Auswirkungen der Sharing Economy auf nachhaltige Entwicklung beschäftigt hat, sieht vor allem die Notwendigkeit, Mobilitätskonzepte integriert zu analysieren. Durch das kostengünstigere Angebot von Individualtransport entstünden nicht nur ausschließlich positive Effekte. Der geringere Preis führe beispielsweise bei Uber auch zu einer zusätzlichen Nachfrage. So könne zwar pro Person weniger CO2 verursacht werden, die Zahl der Fahrten und damit der Gesamtausstoß könne sich jedoch erhöhen und damit zu einem so genannten Rebound-Effeckt führen.

Zudem müsse trotz der höheren Lebensdauer von Elektrofahrzeugen deren gesamter Lebenszyklus, zu dem neben der erbrachten Dienstleistung auch die Herstellung und Entsorgung der Fahrzeuge gehört, betrachtet werden. Es sei daher wichtig den Gesamtausstoß zu bewerten und auch Schnittstellen in die Analyse mit einzubeziehen, so etwa die Integration von verschiedenen Verkehrsmitteln.

Gemischte Erfahrungen mit dem Modell in den USA

Mit der Deutschen Bahn als Partner arbeitet CleverShuttle bereits an einer dieser Schnittstellen, und erleichtert die Nutzung des Dienstes an Bahnhöfen, wo öffentliche Verkehrsmittel wegen zusätzlichem Gepäck oft eine unliebsame Alternative zu Taxis sind. Das Geschäftsmodell kann damit in mehrfacher Hinsicht von sich behaupten, wichtige Schritte in Richtung einer Integration in ein Gesamtkonzept zu gehen.

Die Praxistauglichkeit des Modells wird noch erprobt werden müssen. Erfahrungen von Anbietern in den USA, beispielweise UberPool oder Lyft, riefen bereits einige Verstimmungen hervor. Den geringeren Kosten steht tendentiell ein höherer Zeitaufwand gegenüber, da zusätzliche Stopps anfallen. Die Berechenbarkeit der Fahrtdauer wird zudem erschwert, und Kunden müssen etwas mehr Flexibilität beim Besteigen eines CleverShuttles mitbringen.

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