Lebensmittel-Verschwendung: Linke fordert Gesetz

Fehlende Wertschätzung: Linke fordert Gesetz gegen Lebensmittel-Verschwendung

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Ein Korb mit Lebensmitteln.

Rund 235 Euro schmeißen die Deutschen jährlich einfach weg - in Form von Lebensmitteln. Die Linke fordert nun eine gesetzliche Pflicht, dass der Handel noch genießbare Waren billiger oder gratis abgeben soll.

Im Kampf gegen das Verschwenden von Lebensmitteln sollte der Handel aus Sicht der Linken gesetzlich verpflichtet werden, noch genießbare Ware billiger oder umsonst an Interessierte, Mitarbeiter oder gemeinnützige Organisationen abzugeben.

Zudem dürften sogenannte Lebensmittelretter, die sich Waren aus dem Müll holen, nicht länger wegen Diebstahls oder Hausfriedensbruchs zu hohen Geldstrafen verurteilt werden, sagte die ernährungspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, Karin Binder, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

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Dieses „Containern“ müsse straffrei werden, damit der Handel nicht weiterhin jedes Jahr tonnenweise genießbare Lebensmittel in den Müll wirft. „Das ist eine unverantwortliche Ressourcenvernichtung insbesondere für die Erzeugerländer.“ Es zeige auch eine fehlende Wertschätzung gegenüber heimischen Bauern, und sei somit „unsozial und nicht umweltfreundlich“, sagte Binder.

Wirt verhängt Strafe für Essensreste Es wird gezahlt, was auf dem Tisch bleibt

Verschwendung von Lebensmitteln ist nicht nur im Einzelhandel ein Problem, sondern auch in der Gastronomie. Einige Gastronomen verlangen mittlerweile Gebühren für übrig gelassenes Essen. Ein Konzept mit Zukunft?

Wer im „Yuoki“ beim Angebot „Taste 120“ Reste übriglässt, muss einen Euro Gebühr zahlen. Quelle: dpa Picture-Alliance

Der einzelne Verbraucher sollte nach ihrer Ansicht darauf achten, nur die tatsächlich benötigten Mengen einzukaufen. „Gerade Single-Haushalte sollten beim Einzelhandel regelmäßig nach kleineren Packungsmengen oder noch besser nach offener Ware fragen.“

Nach Daten der Regierungsinitiative „Zu gut für die Tonne“ wirft jeder Bürger hierzulande pro Jahr Lebensmittel im Wert von rund 235 Euro weg - am häufigsten Obst und Gemüse.

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Rund elf Millionen Tonnen Lebensmittel landen pro Jahr auf dem Müll. Das ist nicht nur eine ethische Frage, sondern auch Geldverbrennung - für Verbraucher wie für den Einzelhandel. Denn vieles ließe sich wohl vermeiden.

Lebensmittel auf einer Müllhalde Quelle: Fotolia
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