Fliegendes Kraftwerk: Windturbine schwebt in 300 Meter Höhe

Fliegendes Kraftwerk: Windturbine schwebt in 300 Meter Höhe

von Jan Willmroth

Das US-Startup Altaeros entwickelt fliegende Windturbinen und errichtet nun eine erste Anlage in Alaska.

Vor vier Jahren beschlossen Ben Glass und Adam Rein, Studenten an der renommierten US-Technik-Uni MIT, dass sie mit ihrer Windkraftanlage höher hinaus wollen als alle in der Branche vor ihnen. Damals gründeten sie ihr Startup Altaeros, und die Höhe wurde Grundlage ihres Geschäftsmodells. Nun wird es nicht mehr lange dauern, und sie haben ihr erstes Ziel erreicht.

Schon etwas älter als Altaeros ist das Unternehmen NTS des Berliner Ingenieurs Uwe Ahrens. Er experimentiert seit 2007 mit Drachen in einer Höhe von 200 bis 500 Metern, die Loren auf einer Schiene entlang ziehen. Ein Generator wandelt die Bewegungsenergie in elektrischen Strom um – laut Ahrens soll das beinahe so billig werden wie Kohlestrom. Ein erster großer Prototyp der Anlage wird derzeit in der Nähe von Berlin errichtet.

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Vor nicht einmal einem Jahr machte Googles Ideen-Manufaktur Google X Schlagzeilen, als sie das US-Startup Makani Power übernahm. Dessen Technologie haben ehemalige Kitesufer entworfen: mit Turbinen versehene kleine Segelflugzeuge, die in großer Höhe schweben und ebenfalls wie Drachen mit einer Station am Boden verbunden sind.

Mit dem Pilotprojekt in Alaska beweist Altaeros jetzt seinen Vorsprung in dem noch experimentellen Markt. Die staatliche Energiebehörde Alaskas fördert die Installation in Fairbanks mit umgerechnet rund 950.000 Euro.

Enorm teuer - und dennoch günstig?

Falls sich die Technologie im Einsatz in Alaska bewährt und in hohen Stüclzahlen produziert wird, bräuchten Glass und seine Kollegen künftig keine solchen Fördergelder mehr: Sie versprechen Strom für umgerechnet etwas mehr als 13 Euro-Cent pro Kilowattstunde.

Das klingt zunächst viel, zumal Windkraftanlagen an den günstigsten Standorten in den USA mit weniger als vier Euro-Cent für jede Kilowattstunde längst mit Kohle- und Kernkraftwerken mithalten können. Sogar Offshore-Windstrom ist je nach Standort schon für etwas mehr als elf Cent pro Kilowattstunde (kWh) zu haben (wenn man die Investition über 20 Jahre rechnet).

Doch in manchen Gegenden Alaskas sind die Bedingungen für die Stromerzeugung und -übertragung so extrem, dass die Preise bis auf einen Dollar pro Kilowattstunde steigen können. In weniger extremen Fällen sind Preise um die 35 Cent keine Seltenheit.

Da kommen die Altaeros-Ballons wie gerufen. „Diese Technik ist für Alaska besonders geeignet, weil wir so die hohen Installationskosten eliminieren können“, sagte Alan Baldivieso, Manager der Abteilung für Hydrokinetik, Geothermie und neue Energien der örtlichen Energiebehörde, der New York Times.

Damit benennt er einen großen Vorteil der Ballons und ein wichtiges Verkaufsargument: Sie sind blitzschnell in die Luft gebracht. Von unwirtlichen Gegenden wie Alaska einmal abgesehen, wären sie eine schnelle Option nach Naturkatastrophen, eine Technik fürs Militär und für Orte, die noch gar nicht ans Stromnetz angeschlossen sind.

Hier noch ein Video der Luft-Turbine:



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