Forscher stellt Druckertinte aus Kohlenstoff her

Biz: Forscher stellt Druckertinte aus Kohlenstoff her

von Lisa Hegemann

Ein Forscher hat einen Weg gefunden, um Kohlenstoff als Druckertinte zu nutzen. Eine Stunde Diesel fahren soll für eine Drucker-Patrone ausreichen.

Luftverschmutzung gefährdet bekanntlich unsere Gesundheit. Wissenschaftler versuchen deshalb mit immer neuen Methoden, eine sinnvolle Verwendung für Kohlenstoff zu finden, verwandeln die Partikel beispielsweise in Schmuck.

Der MIT-Absolvent Anirudh Sharma hat nun eine weitere Möglichkeit entwickelt, Kohlenstoff im Alltag einzusetzen: Er macht aus Smog Tinte für den Drucker.

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Die Idee kam dem jungen Wissenschaftler auf einem Heimatbesuch in Indien. In den stark bevölkerten Städten zählt starker Smog und Ruß, also unverbrannter Kohlenstoff, zum Alltag. „Wenn du an einem heißen Sommertag ein Taschentuch nimmst und deine Haut damit abreibst, wird das Taschentuch braun bis schwarz“, sagte Sharma dem „Tech Insider“.

Daraus sei die Frage entstanden, wie man etwas, worüber man sich alltäglich beschwere, in etwas Nützliches umwandeln könne. Das brachte den Absolvent auf die Idee, Kohlenstoff als Farbe in Druckern einzusetzen.

60 Minuten Diesel fahren für eine Drucker-KartuscheUm seinen Einfall umsetzen, baute der MIT-Absolvent ein Demogerät. Dieses zieht Ruß aus einer brennenden Kerze und reichert es in einer Art Spritze an. Mit Hilfe der Spritze wird die Tintenpatrone mit einer Mischung aus Ruß, Wodka und Olivenöl gefüllt. Die Kartusche kann durch einen Inkshield mit einem Arduino-Modell verbunden werden. Dadurch kann der Nutzer in einer Auflösung von 96 dpi drucken.

Gemessen an der Qualität der Drucker-Tinte kommt Sharma an die Qualität von Herstellern wie HP oder Canon noch nicht heran: Er gibt selbst zu, dass die Farbe noch schwärzer sein könnte. Zudem muss sein Projekt Kalaa auch formelle toxische Standards erst noch bestehen. Trotzdem ist er sich sicher: „Mit ein wenig Recherche wird die Druckertinte so gut wie die, die HP verkauft.“

Genügend Kohlenstoff für seine Idee gäbe es auf jeden Fall. Der frühere MIT-Student geht davon aus, dass ein vier Jahre alter Dieselmotor bereits in 60 Minuten so viel Carbon produzieren würde, dass damit eine ganze Patrone gefüllt werden könnte.

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