Fünf Cleantech-Startups, die Sie kennen sollten

Biz: Fünf Cleantech-Startups, die Sie kennen sollten

von Andreas Menn

Für Internet-Startups gilt immer noch das Silicon-Valley als Eldorado. Bei grünen Startups schaut die Szene zunehmend auf Deutschland.

Wenn es um Internet-Startups geht, ist das Silicon-Valley immer noch unangefochtener Trendsetter. Bei grünen Startups schaut die internationale Szene aber zunehmend nach Deutschland. Der Boom der Erneuerbaren Energien, eine tradierte Effizienzkultur und die große Zahl gut ausgebildeter Ingenieure haben die Basis gelegt für eine Welle von Jungunternehmen, die die Welt ein Stück nachhaltiger machen wollen - und damit auch Geld verdienen. Wiwo Green stellt Ihnen fünf deutsche Greentech-Startups vor, die Sie kennen sollten.

Carzapp: Privatautos als MietwagenFast 43 Millionen Autos sind in Deutschland zugelassen - und stehen die meiste Zeit ungenutzt am Bürgersteig oder in der Garage. Ein Potenzial, dass das Berliner Startup Carzapp heben möchte - mit einem Internetportal und einer Smartphone-App, über die private Autobesitzer ihren Wagen stunden- oder tageweise an Menschen verleihen, die gerade ein Auto brauchen.

Der Clou: Carzapp baut den privaten Anbietern eine Mobilfunk-Box ins Auto, mit der sie über eine Smartphone-App ihren Wagen für Mieter zu bestimmten Uhrzeiten freischalten können. Und weil auch ein GPS-Sender eingebaut ist, können Interessenten alle freien Autos in ihrer Umgebung auf einer Karte sehen und direkt eine Mietanfrage stellen. Das Angebot soll preiswerter sein als herkömmliche Mietwagen - im Januar können es die ersten Testkunden in Berlin ausprobieren.

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Tado: Elektronischer HeizwartDie letzten Heizkostenabrechnungen dürften vielen Mietern und Hausbesitzern noch in düsterer Erinnerung sein - laut Heizkostenspiegel stiegen die Kosten für Heizöl im Jahr 2011 in Deutschland um 24,5 Prozent. Das Münchner Startup Tado verschafft Abhilfe - mit einem intelligenten Thermostat, das die Heizkosten eines typischen Haushalts um fast 30 Prozent senken soll.

Das Gerät mit den Maßen einer kleinen Pralinenschachtel erkennt, wann jemand zu Hause ist und wann nicht - und schaltet die Heizung entsprechend hoch und herunter. Eine Smartphone-App mit Lokalisierungs-Funktion erkennt, wenn der Bewohner sich seiner Wohnung nähert - und dreht die Heizung auf, damit es bei Ankunft wieder wohlig warm ist. Sogar nahenden Sonnenschein registriert das Gerät, indem es aus dem Internet Daten von Wetterstationen einbezieht. Wird das Wetter besser, regelt Tado direkt die Heizung herab.

Nutzer mieten das Gerät für 99 Euro im Jahr - Kosten, die sich auf jeden Fall rentieren, wie Tado verspricht.

Discovergy: Schlauer StromzählerDie meisten Verbraucher erfahren genau einmal im Jahr, wie viel Strom ihr Haushalt konsumiert - nämlich dann, wenn der Postbote die Jahresabrechnung in den Briefkasten steckt. Das Aachener Startup Discovergy will diese Zeitspanne radikal verkürzen: Der Stromverbrauch soll für jede einzelne Sekunde sichtbar werden. Möglicht macht es ein intelligenter Stromzähler, den Discovergy anbietet.

Stromkunden können damit herausfinden, welche Geräte in ihrem Haushalt besonders viel Strom schlucken, welche Energiekosten auf sie zukommen - und ob die Abrechnung ihres Stromanbieters korrekt ist. Schaltet der Nutzer etwa die Spülmaschine ein, kann er in Echtzeit am Smartphone in einer App sehen, wie sich der Stromverbrauch dadurch verändert.

Innovative Mobility: Ultraleichtes ElektroautoKolibris sind enorm leichte Vögel - und gelten, bezogen auf ihre Größe, als die schnellsten Flieger der Welt. Das Startup Innovative Mobility aus Jena hat sich von der Natur inspirieren lassen und entwickelt ein ultraleichtes Elektroauto, das trotz der üblichen schweren Batterien möglichst wenig Energie verbrauchen soll (siehe Bild).

Der Name des Einsitzers: Colibri, sein Gewicht: 340 Kilogramm. Mit 1,18 Metern ist er deutlich schmaler als ein Smart und soll sich so in die schlankesten Parklücken mogeln. Trotz seiner kompakten Maße soll das Auto zwei Getränkekästen transportieren und dank konsequentem Leichtbau mit einer Akkuladung 120 Kilometer weit fahren.

Das reicht nicht für eine Urlaubsreise, dürfte aber für viele Pendler und Stadtbewohner genug sein. Sie sollen pro 100 Kilometer nicht viel mehr als einen Euro Stromkosten zahlen. Noch ist das Auto nur ein Prototyp. Aber vielleicht startet der Colibri ja eines Tages durch.

Heliatek: Solarzellen aus PlastikJalousien, Autodächer und ganze Hausfassaden, die Strom erzeugen: Mit sogenannten organischen Solarzellen des Dresdner Startups Heliatek soll das bald möglich sein. Das Geheimnis der millimeterdünnen, biegsamen, halb durchsichtigen und federleichten Energielieferanten: Sie werden auf Hunderte Meter lange Folien aus Polyester aufgedampft, jenem Billigkunststoff, aus dem auch Chipstüten bestehen.

Weltweit entwickeln rund 20 weitere Unternehmen ähnliche Zellen, aber Heliatek ist mit einem Wirkungsgrad von derzeit 10,7 Prozent und einer Lebensdauer von mehr als 30 Jahren Spitzenreiter. Das Startup begann 2006 als Universitätsausgründung des Dresdner Physikers Martin Pfeiffer und hat bereits 23 Millionen Euro Startkapital eingetrieben. 2014 soll die Massenproduktion starten. Künftig sollen dann sogar leicht gefärbte Glasbrüstungen oder ganze Hausfassaden Strom aus Sonnenlicht erzeugen.

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