Gefahrloser Aufstieg: Das Wasserkraftwerk, das Fische rettet

Gefahrloser Aufstieg: Das Wasserkraftwerk, das Fische rettet

von Lisa Hegemann

Wasserkraftwerke können für Fische zur Gefahr werden. Einer neue Technik aus Österreich soll das verhindern.

Wasserkraft ist gut für die Umwelt, aber schlecht für Fische: Wenn sie Flüsse aufwärts schwimmen und dabei in eine Turbine geraten, kann sie das das Leben kosten. Den Kraftwerken hat das den Namen „Fischhäcksler“ eingebracht.

In Niederösterreich hat man nun eine Lösung für dieses Problem gefunden. Das Unternehmen Hydroconnect hat den nach eigenen Angaben „weltweit ersten Fisch-Lift“ patentiert, der die Fische vor einem bösen Ende bewahren soll. Das eigens dafür entwickelte Gerät nennt die Firma „Doppelwasserkraft-Schnecke“.

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Umwelt- und tierfreundliches KraftwerkDiese besteht aus einem Schneckenflügel und einer sogenannten Aufstiegsschnecke. Das Leben der Fische retten sie in Kombination: Der Schneckenflügel fördert so viel Wasser ins Innere, dass die Aufstiegsschnecke nicht alles aufnehmen kann. Dadurch entwickelt sich eine Strömung in Richtung der fischfreundlichen Schnecke. Diese soll Fischen den Weg zum Fischaufstieg zeigen.

Oben angelangt, kommen die Fische in eine sogenannte Fischablaufrinne. Sie leitet die Fische zu einer geschützten Stelle, heißt es bei Hydroconnect. Das Leben der Fische, die dadurch gerettet werden, liegt nach Unternehmensangaben bei 100 Prozent. Das Institut für Hydrobiologie und Gewässermanagement (IHG) der Universität für Bodenkultur in Wien hat die Wirksamkeit bestätigt.

In Österreich hat Hydroconnect nun die zweite Fisch-Wanderhilfe eröffnet. Sie befindet sich am betriebseigenen Schaukraftwerk Jessnitz und ist für Fische von einer Länge bis zu 30 Zentimetern geeignet. Die dortige Doppel-Wasserkraftschnecke kommt auf ein Gewicht von 14,5 Tonnen und kann nach Unternehmensangaben bis zu 1000 Liter Wasser pro Sekunde verarbeiten. Das Gebilde erzeugt pro Jahr etwa 100.000 Kilowattstunden an Strom. Damit ist es, anders als andere Anlagen, nicht nur umwelt-, sondern auch tierfreundlich.

Hydroconnect tüftelt nicht allein am fischfreundlichen KraftwerkDas Kraftwerk produziert Strom für die Firma und wird als Forschungsstandort genutzt. „Mit dem Schaukraftwerk können wir unsere Technologie direkt am künftigen Produktionsstandort in Neubruck zeigen“, erklären die drei Geschäftsführer Walter Albrecht, Nino Struska und Paul Edelsegger in einer Mitteilung. Das sei für die Weiterentwicklung des Unternehmens „immens wichtig“. Im Januar 2015 war bereits der erste „Fischlift“ im Verbund-Kraftwerk gestartet.

Mit seiner Idee, Fischen den gefahrlosen Aufstig in Wasserkraftwerken zu ermöglichen, ist Hydroconnect allerdings nicht allein. Auch das Fürther Start-up Aquakin verspricht eine fischfreundliche Stromproduktion durch Wasserkraft. Die TU München hat ein ähnliches System entwickelt.

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