Google-Awards: Vier Ideen, die die Welt verbessern sollen

Google-Awards: Vier Ideen, die die Welt verbessern sollen

von Felix Ehrenfried

Solarlampen, Hightechkameras, Apps und Onlineplattformen: So wollen vier internationale Initiativen drängende globale Probleme lösen.

Mit den Google Impact Awards hat der Internetgigant einen Preis ausgeschrieben, der ein ambitioniertes Ziel verfolgt: "Mit diesen Awards unterstützen wir Organisationen, die versuchen, mithilfe von Technologie und innovativen Ideen die großen Herausforderungen der Menschheit zu bewältigen."

Dabei ist der Suchmaschinenriese nicht knausrig, jedes der vier Gewinnerunternehmen erhält 500 000 britische Pfund (ca. 585 500 Euro), Notebooks und technische Unterstützung, um ihre Idee umzusetzen. Jetzt hat die hochkarätige Jury - zu der unter anderem der Begründer des World Wide Web, Tim Berners-Lee und der Inhaber der Virgin-Gruppe, Richard Branson zählen - die Gewinner gekürt.

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Die Jury wählte dabei aus zehn Bewerbern. Die Finalisten wurden vorher von den Googlenutzern per Mausklick nominiert. Hier sind also die vier Ideen, die laut der Google-Jury unsere Zukunft verändern sollen:

Zoological Society of London: Digitales Schutzschild für wilde TiereWilderei und der Handel mit geschützten Tierarten zählen zu den einträglichsten illegalen Geschäften weltweit. Diesen Handel zu bekämpfen, ist das Ziel der Zoological Society of London (ZSL). Dafür will sie Hightech nutzen: Mithilfe von Kamerafallen und Geräuschsensoren sollen bedrohte Tierarten in Zukunft geschützt und Wilderer leichter dingfest gemacht werden.

Das Beispiel der Wilderei an Nashörnern zeigt, wie wichtig der Schutz von bedrohten Tierarten ist: Zwischen 2011 und 2012 nahm das illgeale Töten um mehr als 40 Prozent zu. Das gefährdet nicht nur die Vielfalt der Tierwelt. Außerdem bedroht es den Tourismus, der von Safaris und Besichtigungen dieser Tierarten abhängig ist. Zudem sind Wilddiebe nicht ungefährlich, sodass die Bewohner der betroffenen Regionen um ihre Sicherheit bangen.

Mit Sensoren und Kameras will die ZSL die Wilderei an Nashörnern in den nächsten zwei Jahren um mehr als die Hälfte reduzieren.

Integrity Action: Kontrollinstanz in KriegsgebietenKann ein Land aufgrund von Kriegen oder Unruhen die eigene Infrastruktur nicht mehr aufrecht erhalten, kommt häufig Hilfe aus dem Ausland. Und das meist in finanzieller Form. Hier setzt das Unternehmen Integrity Action an. Dessen Berechnungen zufolge, gehen mehr als ein Viertel der Geldzuflüsse aufgrund von Betrug, Missmanagement oder Korruption verloren.

Eine öffentliche Onlineplattform soll Abhilfe schaffen. Hier können Bürger kontrollieren, welche Gelder gezahlt wurden und das mit den Fortschritten abgleichen, die die geförderten Projekte machen. Wenn also zum Beispiel große Beträge aus dem Ausland für den Wiederaufbau eines Krankenhauses geflossen sind, sich seit Monaten dort aber nichts tut, können Anwohner darüber auf der Online Plattform aufklären.

Das schafft eine Kontrollinstanz für Regierungen aber ebenso für Hilfsorganisationen, die direkt Rechenschaft über ihre Tätigkeiten und ihre Mittelverwendung ablegen müssen.

In den nächsten 18 Monaten will das Unternehmen seine Kontrollplattform für 2000 Gemeinden in sieben kriegsversehrten Ländern freischalten und damit das Leben von mehr als 500 000 Menschen verbessern.

CDI Apps for Good: Apptraining für alleAuch wenn Apps aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken sind: Programmieren können sie nur wenige.

Apps for Good will das ändern. Mithilfe von Schuluntericht im App-Programmieren und einer Onlineplattform will das Unternehmen in den nächsten Jahren 175 000 Schüler erreichen. Das soll dazu führen, dass mehr Jugendliche, egal aus welcher sozialen Schicht, den Weg in die Technologiebranche finden. Denn aktuell sieht es dort mit dem Nachwuchs düster aus. In London gab es in den vergangenen Jahren beispielsweise rund 80 000 Jobangebote für Programmierer. Trotz dieses enormen Potentials absolvierten in der selben Zeit ledigilich 3420 Schüler das Fach Programmieren mit der Bestnote.

SolarAid: Strom auch ohne NetzanschlussIn Teilen Zentralafrikas ist elektrischer Strom immer noch ein Luxus, statt LEDs bringen hier Kerosinfunzeln Licht ins Dunkel. Das ist teuer und gesundheitsschädlich. Das Unternehmen SolarAid will diese Situation ändern und setzt dabei auf Lampen, die mittels Solarzellen betrieben werden.

Diese sind wesentlich günstiger als Kerosin und erzeugen keine schädlichen Emissionen. Derzeit arbeitet SolarAid mit mehreren Kleinunternehmen in Tansania. Das engagierte Ziel: In Afrika bis 2020 die Kerosinlampen komplett durchs solarstrombetriebende Leuchten zu ersetzen. Bis 2016 sollen schon mehr als 11,2 Millionen Menschen mit Solarlicht ausgerüstet sein.

 

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