Google: Neues Hauptquartier ist ein Öko-Holzhaus

Google: Neues Hauptquartier ist ein Öko-Holzhaus

von Markus Okur

Google baut in London sein neues Hauptquartier für 4500 Angestellte - das Haus soll teilweise aus Holz bestehen und höchste Ökostandards erfüllen.

Noch vor kurzem interessierte es kaum einen, wenn ein Unternehmen ankündigte, ein neues Bürogebäude bauen zu wollen. IT-Giganten wie Google haben jedoch die öffentliche Wahrnehmung gedreht: Plötzlich möchte jeder wissen, wie die Gebäude der Zukunft aussehen werden – vor allem wenn Geld kaum eine Rolle spielt und die kreativsten und technisch versiertesten Menschen der Welt darin am Werk sind.

Nun hat Google enthüllt, wie sein neuester Campus – das Londoner-Hauptquartier, das unweit des bekannten Bahnhofs King's Cross beheimatet sein wird – aussieht: Designt von dem preisgekrönten britischen Architektenbüro AHMM, wird das neue Gebäude aus Materialien wie Stahl, Glas und kreuzweise geschichtetem Holz bestehen und so konstruiert sein, dass es die höchstmögliche BREEAM-Zertifizierung erhalten wird. BREEAM (BRE Environmental Assessment Method) gilt als die führende und am weitesten verbreitete Zertifizierungsmethode für Gebäude und legt Standards fest für ein bestmögliches, nachhaltiges Design. Es gilt als Gradmesser für grüne Gebäude.

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Der Leiter von AHMM, Simon Allford, äußert sich so: "Dieses Gebäude basiert auf höchstem gestalterischen Können und modernesten Technologien, um für die Google-Mitarbeiter eine Arbeitsumgebung zu bieten, die dem 21. Jahrhundert gerecht wird." Wie viel Energie das Gebäude erzeugen wird und wie umweltschonend die Wasserversorgung geregelt ist - darüber gibt es von den Architekten noch keine Angaben.

Das Gebäude hat – wie von vielen gefordert – keine Ambitionen an den Wolken zu kratzen, sondern ist ein sogenannter "Groundscraper '. Es ist an der höchsten Stelle "nur" elf und an der niedrigsten Stelle sieben Stockwerke hoch. Bemerkenswert ist, dass das Gebäude aus mehr Holz, als aus Stahl bestehen wird und somit umweltfreundlicher sein soll, weil es zu weit weniger Kohlendioxid-Emissionen während des Produktionsprozesses kommt.

Grüner VorreiterAuch Google ist von der umweltfreundlichkeit seines Gebäudes überzeugt: "Ein großer Teil der internen Struktur wird unter Verwendung von Stahlrahmen und Brettsperrholz-Panels konstruiert  – eine Premiere für ein modernes Gebäude dieser Größenordnung. Das Gebäude wurde entwickelt, um den höchsten Öko-Nachhaltigkeits-Standards gerecht zu werden, einen geringen Energieverbrauch sicherzustellen und modernste Materialien miteinzubeziehen."

Es gibt auch Gerüchte, dass auf dem Dach ein Garten geplant ist. Letztlich hoffen Google und sein Design-Team, eine Kohlendioxid-Reduzierung von 40 Prozent zu erzielen.

Die Bürofläche des neuen Gebäudes wird annähernd so groß sein wie 13 Fußballfelder und im Erdgeschoss rund 4.650 m² Raum für Einzelhändler bieten. Um Fahrräder zu parken, sind Flächen von der Größe von etwa sieben Tennisplätzen eingeplant, außerdem soll es gerüchteweise eine Kletterwand geben, über die alle Stockwerke erreichbar sind.

Die Baukosten werden auf rund eine Milliarde US-Dollar geschätzt. Wenn alles wie geplant läuft, beginnen die Bauarbeiten Anfang 2014, die Fertigstellung ist für Ende 2016 oder Anfang 2017 angesetzt. Derzeit arbeiten rund 2.000 Mitarbeiter von Google in Großbritannien, das neue Gebäude wird jedoch Platz für etwa 4.500 bieten. Ganz offensichtlich ist Google also auch in Europa auf Expansionskurs.

Von Google ist man in Sachen Nachhaltigkeit nicht selten positiv überrascht: So forscht das Unternehmen intensiv daran, die Energie-Effizienz seiner Datenzentren zu steigern oder sucht in seinem Labor Google[x] nach innovativen Wegen der Energieerzeugung. Lange befand sich auf dem Dach des US-Hauptquartiers auch die größte privaten Solaranlage der Vereinigten Staaten.

Korrektur: Das Hauptquartier von Google bleibt weiterhin in Dublin und liegt nicht, wie in einer früheren Version des Textes beschrieben, in London.

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