Green Day: Schüler lernen, wo die Wirtschaft grüner wird

Green Day: Schüler lernen, wo die Wirtschaft grüner wird

von Jan Willmroth

Nachhaltigkeit wird zu einem entscheidenden Kriterium bei der Berufswahl. Jetzt sollen Schüler lernen, wo in der Wirtschaft grüne Jobs warten.

Wenn es in der Politik um die Umweltwirtschaft geht, um die Chancen der Energiewende oder effiziente Zukunftstechnologien, schwingt auch immer ein Versprechen mit: Der grüne Wandel bedroht nicht den klassisch industriell geprägten Arbeitsmarkt, er schafft vor allem viele neue Jobs.

Bislang ist es aber schwierig zu beurteilen, wie viele Stellen beispielsweise die deutsche Energiewende hervorgebracht hat. Auf den Boom der Solarindustrie folgte deren Schrumpfkur, mit der auch hunderte Arbeitsplätze verloren gingen. Laut einer aktuellen Untersuchung des Instituts zur Zukunft der Arbeit sind die Arbeitsplatzeffekte des grünen Wirtschaftswandels denn auch kaum zu bemessen – keiner weiß also genau, ob mehr grüne Jobs entstehen, als in den alten Branchen, zum Beispiel in der Atomindustrie, wegfallen.

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Aber wer beim Thema nachhaltige Berufe nur an Wind- und Solaranlagen denkt, greift zu kurz. Denn Betätigungsfelder in der grünen Wirtschaft gibt es viele - sei es als Nachhaltigkeitsmanager in einem Unternehmen, als Energieffizienzberater oder Arbeiter in einem sozialen Projekt. Ihnen allen gemein ist, dass sie die Wirtschaft und Gesellschaft fit für die Zukunft machen wollen.

Wie wichtig Nachhaltigkeit als Kriterium bei der Berufswahl inzwischen geworden ist, zeigt eine Studie, die der Nachhaltigkeitsforscher und Karmakonsum-Grüner Christoph Harrach von der TU-Berlin in einem mehrjährigen Forschungsprojekt erstellt hat.

Ersten Ergebnissen zufolge werden Unternehmen, die sich für Umwelt und Gesellschaft engagieren, als die attraktiveren Arbeitgeber wahrgenommen. Mitglieder der „grünen Community“, denen nachhaltiges Leben und Wirtschaften besonders am Herzen liegt, sind demnach zu 77 Prozent dieser Auffassung. In der breiten Bevölkerung seien es immerhin 44 Prozent, sagt Harrach – das Thema Nachhaltigkeit und Arbeit durchdringt also zunehmend die gesamte Gesellschaft.

Eine weitere Erkenntnis der Studie: Je mehr ein Unternehmen sein soziales und nachhaltiges Engagement kommuniziert, desto zufriedener, einsatzbereiter und treuer sind seine Mitarbeiter.

Green Day zeigt grüne Berufsperspektiven für SchülerViele Unternehmen haben diesen Trend erkannt und setzen bei der Talentsuche und bei der Nachwuchsförderung auf das Thema Nachhaltigkeit. Dabei fragen sich aber vor allem immer noch viele Schüler, wo genau es denn eigentlich nachhaltige Jobs gibt.

Um hier nachzuhelfen, findet am 12. November zum zweiten Mal der „Green Day“ statt, der von der Zeitbild-Stiftung ausgerichtet und unter anderem vom Bundesumweltministerium gefördert wird. Wiwo Green ist in diesem Jahr erstmals Medienpartner der grünen Berufsschau.

Die Idee: An diesem Tag können mittelständische Firmen und Großbetriebe, Hochschulen und Forschungseinrichtungen Schülern ihr Engagement für Umwelt- und Klimaschutz vorstellen.

Schülerinnen und Schüler von der 8. bis zur 13. Klasse lernen damit vor Ort Berufs- und Studienperspektiven in der Green Economy kennen. Beim ersten Green Day im vergangenen Jahr kamen bundesweit 135 Veranstaltungen zusammen. 2013 sollen es noch mehr werden. Unternehmen, Universitäten und Institute sind deshalb in den nächsten Wochen dazu aufgerufen, Veranstaltungen anzumelden.

Auch an Wiwo Green geht der grüne Trend in der Arbeitswelt nicht vorbei. In unserer Rubrik „Green Jobs“ stellen wir seit April laufend aktuelle Ausschreibungen für Jobs in der grünen Wirtschaft vor. Jeden Montag fassen wir die interessantesten Jobangebote zusammen. Sicher, noch sind diese Jobs eine Nische: Aber wenn immer mehr Arbeitnehmer und junge Menschen von ihren aktuellen oder künftigen Arbeitgebern Nachhaltigkeit erwarten, werden die auch nachziehen. Auch dadurch wird die Wirtschaft in Zukunft ein wenig grüner.

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