Green Jeans: Levi's macht Hosen aus alten Teppichen und Fischernetzen

Green Jeans: Levi's macht Hosen aus alten Teppichen und Fischernetzen

von Robyn Schmidt

Die nächste Levi's ist aus Müll: Das Unternehmen will bei Jeans auf Baumwolle verzichten.

Mindestens ein Paar Jeans findet sich eigentlich in jedem Kleiderschrank. Kaum ein Kleidungsstück ist so weit verbreitet wie die blauen Hosen aus Denim. Doch die Produktion ist nicht unbedingt umweltschonend. Der Stoff verschlingt bei der Herstellung unter anderem sehr viel Wasser. Das benötigt vor allem die Baumwolle, die für das Material gebraucht wird.

Der bekannte Jeanshersteller Levi Strauss & Co., Erfinder der Levi's, startet deshalb zusammen mit dem Kunstfaseranbieter Aquafil eine neue Reihe, die umweltfreundlicher sein soll. Zunächst wollen sie zusammen Jeans für eine neue Männerkollektion entwickeln. Diese sollen aber nicht - wie bislang üblich - aus Baumwolle produziert werden.

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"Wir haben die Vision einer Welt, in der Alltagsgegenstände nicht mehr auf Kosten der Umwelt entstehen", sagt Giulio Bonazzi, Vorstandsvorsitzender und CEO von Aquafil. Anstelle von Baumwolle produzieren sie den Stoff deshalb aus weggeworfenen Materialien wie beispielsweise alten Fischernetzen und Teppichen.

Um diese Materialien für die Jeansherstellung verwerten zu können, nutzen sie Econyl, ein von Aquafil entwickeltes  Regenerationssystem. Das nutzt das Unternehmen, um Nylon aus recycelten Wertstoffen zu gewinnen - nicht nur für Jeans sondern auch für andere Textilien. Econyl recycelt das Nylon in alten Teppichen, Textilien oder Fischernetzen und macht es zu Garn. Das schafft es, indem es sogenannte Polyamid-6-Wertstoffe in primäre Rohstoffe umwandelt - also die Ursprungsprodukte, die in der industriellen Produktion genutzt werden können.

Weltweites Sammel-NetzwerkAquafil hat ein eigenes weltweites Netzwerk aufgebaut, um die Abfälle von Deponien und aus dem Meer zu sammeln. Die Materialen stammen unter anderem aus den USA, Ägypten, Pakistan, Thailand, Norwegen und der Türkei. Außerdem kooperiert das Unternehmen mit dem US-amerikanischen Carpet America Recovery Effort (CARE). Seit 2002 haben sie zusammen rund 226 Millionen Kilogramm Teppich gesammelt.

Momentan ist Baumwolle noch das vorherrschende Material zur Herstellung von Jeans. Langfristig könnte das aber problematisch werden. Es gebe keine Garantie, in Zukunft genug Land zur Verfügung zu haben, um der weltweiten Baumwollnachfrage gerecht zu werden, glaubt Aquafil.

Tatsächlich ist die Baumwollherstellung der meisten führenden Produktionsländer in den vergangenen Jahren gesunken (siehe Grafik). Deshalb müsse auch Levi's gucken, ob die Jeans der Zukunft nicht aus einem anderen Material bestehen kann. Alternative und vor allem recycelte Ressourcen zur Herstellung der Jeans sind ein erster Schritt.

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