Grüne Gründer: StartGreen sucht Öko-Entrepeneure

Grüne Gründer: StartGreen sucht Öko-Entrepeneure

von Malte Laub

Kreative, Startups, junge Unternehmen und Förderer sollen unter der Schirmherrschaft der Bundesumweltministerin bekannter werden und sich vernetzen.

Startups sind in aller Munde, die ökologische Wirtschaft ist es durch Energiewende und Klimawandel auch – doch grüne Gründer fliegen paradoxerweise weitgehend unter dem Radar von Politik und Öffentlichkeit. Zu diesem Ergebnis kommt Klaus Fichter, Professor für Innovationsmanagement und Nachhaltigkeit an der Universität Oldenburg und Leiter des auf die gleichen Themen fokussierten Forschungsinstituts Borderstep.

Zwar wurden laut einer aktuellen Studie des Instituts in den vergangenen zehn Jahren knapp 170.000 grüne Unternehmen gegründet, die 1,1 Millionen Arbeitsplätze geschaffen haben –  doch es hätten noch mehr sein können, sagt Fichter. Denn die Zahlen seien nicht Ausdruck guter Förderung. „Es liegt vielmehr daran, dass es einen großen Bedarf an nachhaltigen Lösungen gibt – man schaue sich den Klimawandel oder die Energiewende an.“

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Erster nationaler Wettbewerb für gründe GründerUm die Branche ins Rampenlicht zu bringen, hat Fichter nun gemeinsam mit der Gründerinitiative StartUp4Climate und zwölf Partnerorganisationen den StartGreen Award ins Leben gerufen – den nach eigenen Angaben ersten deutschlandweiten Gründerwettbewerb für die grüne Branche. „Dadurch, dass wir einen nationalen Preis ausgeschrieben haben, werden wir die Sichtbarkeit der Unternehmen erhöhen“, sagt Fichter. Dazu solle auch die Schirmherrschaft der Bundesumweltministerin Barbara Hendricks beitragen, die im November die Preise vergeben soll.

Verliehen wird der Award in vier Kategorien: Gründungskonzept, Startups (null bis fünf Jahre), junge Unternehmen (sechs bis 15 Jahre) und Gründungsförderer wie Business Angel oder Hochschulen. Fichter kommt es dabei weniger darauf an, Siegern Urkunden auszustellen, als die verschiedenen Bewerber miteinander zu verknüpfen. „Das ist für uns der wichtigste Aspekt“, sagt der Institutsleiter. Bei einer erwarteten dreistelligen Bewerberzahl könne so ein schlagkräftiges Netzwerk entstehen.

Jedes ökologische Startup kann teilnehmenZu dem Netzwerkgedanken passt auch der Wettbewerbsmodus, der auf Zusammenarbeit innerhalb der Branche setzt: Bewerbungen können seit dem 25. August online eingereicht werden, aus den Einsendungen trifft eine Jury aus Szenekennern dann eine Vorauswahl. Die für tauglich befundenen Kandidaten stellen sich daraufhin in einer Onlineabstimmung der gesamten grünen Szene zur Abstimmung. Aus den so gewonnenen Finalisten wählt die Jury schließlich die Sieger.

Was ein grünes Startup ist, definiert Fichter dabei bewusst offen. „Im Fokus des Preises stehen ökologische Unternehmen in ihrer ganzen Breite“, sagt er. Das können Unternehmen aus dem Bereich Energie sein, aber auch Gründer, die sich beispielsweise mit Ernährungs- oder Recyclingfragen beschäftigen, könnten antreten. Sie alle müssen sich in Kategorien wie Marktpotenzial, Innovationskraft und Skalierbarkeit messen – wichtigstes Kriterium ist aber der ökologische Mehrwert des Produkts oder der Dienstleistung. Auch soziale Aspekte berücksichtigt die Jury.

Gewinnen können die Preisträger neben dem Zugang zu grüner Expertise auch Sachpreise, sowie Fördermittel im Gesamtwert von 20.000 Euro. Gestellt werden die Preise vom Bundesumweltministerium. Bis zum 5. Oktober können Bewerber noch ihre Unterlagen einreichen, das Finale findet dann im November statt.

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