Grüner geht’s nicht: Die Haushaltsbranche ist die nachhaltigste der Welt

Grüner geht’s nicht: Die Haushaltsbranche ist die nachhaltigste der Welt

von Peter Vollmer

Eine Marktanalyse sieht die Haushaltsbranche ganz vorne - angeführt von einem deutschen Unternehmen.

Auch die grüne Wirtschaft kennt Rating-Agenturen. Sie durchleuchten Unternehmen, schauen sich die Kennzahlen an und Fällen ein Urteil. Das macht auch Oekom Research. Das Münchner Unternehmen achtet allerdings nicht auf Bonität und Cashflow, sondern auf soziale und nachhaltige Aspekte der Unternehmensführung.

Nun hat die Agentur eine weltweite Bestandsaufnahme veröffentlicht, mit einem überraschenden Ergebnis: Keine Branche ist annähernd so grün wie die Haushaltsbranche. Auf einer Skala von 0 bis 100 liegt die durchschnittliche Unternehmensbewertung bei 47,4 – die meisten Branchen liegen bei rund 30 Punkten.

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Den Spitzenplatz innerhalb der Branche nimmt das Düsseldorfer Unternehmen Henkel ein - mit einer Bewertung von 74,5. Auf dem Treppchen folgen L‘Oreal und Colgate-Palmolive. Autohersteller, Softwareschmieden und Lebensmittelfirmen – als Branche müssen sich alle hinter "Household and Consumer Products" einreihen.

Denn: "Die [Household-]Branche unterscheidet sich in mancherlei Hinsicht von anderen Industrien: Hier ist vor allem die starke Wahrnehmung einer Marke und das entsprechende Image zu nennen", erklärt Kristina Rüter, Head of Research bei Oekom die Ergebnisse. "Und die damit einhergehend die hohe Aufmerksamkeit und der hohe Druck der Konsumenten." Manche Branchen können relativ unbeeinflusst vom Kunden arbeiten - Kosmetik- oder Autohersteller beispielsweise nicht.

Die Marken würden im Haushalt täglich wahrgenommen, entsprechend müssten sich die Unternehmen anstrengen. Zudem komme die Produktion ohne schwierige oder zumindest schwierig zu kontrollierende Produktionsschritte wie etwa in der Textil- oder Technikbranche aus. Die Lieferkette gilt nicht umsonst als Schlüssel zu einer nachhaltigen Produktion.

"Noch ein weiter Weg hin zu nachhaltigem Wirtschaften"Vorbilder sind aber, auch wenn der Primus der Haushaltbranche aus Deutschland kommt, meist französische Unternehmen, hat Oekom festgestellt. Doch die Entwicklung passiert langsam, große Sprünge in Richtung Nachhaltigkeit habe zuletzt kaum eine Branche unternommen.

Die Automobilindustrie findet sich beim Branchenvergleich auf dem zweiten Platz wieder, gefolgt von der Schienen-Logistikbranche. Schlusslichter sind die Öl-, Gas-, Bau- und Immobilienbranchen.

Mit knapp 36 Prozent zeigt inzwischen etwas mehr als ein Drittel der Unternehmen erste Ansätze zum nachhaltigen Engagement. Umgekehrt sei der Anteil der als schlecht bewerteten Unternehmen nun erstmals unter 50 Prozent gerutscht.

Für Robert Haßler, den CEO von Oekom, zeigt das, "dass es noch ein weiter Weg hin zu gelebtem nachhaltigen Wirtschaften ist. Nur ein kleiner Teil der Unternehmen hat die Wichtigkeit und Bedeutung einer umfassenden Integration von Nachhaltigkeitskriterien in das Kerngeschäft erkannt." Druck komme laut Haßler von der Investorenseite - und eben den Kunden.

 

Der Bericht kann auf der Homepage von Oekom heruntergeladen werden.

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