Günstiger und leichter: Briten specken Batterien von Elektroautos ab

Günstiger und leichter: Briten specken Batterien von Elektroautos ab

von Felix Ehrenfried

Ein britisches Unternehmen will Elektroautos mehr Reichweite verschaffen – und spart dabei ausgerechnet an der Batterie.

Gegner von Elektroautos führen meist zwei Argumente ins Feld, die sie vom Kauf eines Stromers abhalten: Die Wagen haben zu wenig Reichweite und kosten zu viel. Grund für die geringe Reichweite und hohe Kosten sind meist die Batterien, die die Elektromotoren mit Strom versorgen.

Allerdings sind sich Experten einig, dass dank der rasenden Entwicklung in der Batterietechnologie diese bald wesentlich günstiger und leistungsstärker als heute sein dürften. Allerdings wurde bei all den Entwicklungen ein Aspekt in der Batterietechnologie bisher wenig beachtet: Das Gewicht der Batterien.

Anzeige

Denn während sich Batteriespezialisten mit immer neuen Rekorden in Sachen Reichweite und Energiedichte überbieten, blieben Neuigkeiten zu leichteren Batterien bisher aus. Um Gewicht zu sparen, bedienten sich Hersteller von Elektroautos lieber leichterer Materialien wie Carbon für die Karosserie zum Beispiel.

Jetzt könnte dem britischen Unternehmen Cenex und einem Konsortium von staatlichen Forschungseinrichtungen und Unternehmen allerdings ein (wenn auch vergleichsweise kleiner) Fortschritt in Sachen Gewichtsreduktion gelungen sein. Wie der Gas2-Blog berichtet, sollen deren Batterien ohne die Akkuzellen rund 40 Prozent leichter als bisherige Modelle sein, die Leistungsfähigkeit soll das geringere Gewicht nicht beeinträchtigen. Pro Batteriepack übersetzt sich das in eine Einsparung von immerhin 45 Kilogramm, bei einem 900 Kilo schweren Auto also immerhin fünf Prozent.

40 Prozent leichter, 60 Prozent günstigerGleichzeitig soll es dem Konsortium um Cenex, einem Non-Profit Beratungsunternehmen im Elektromobilitätsbereich, gelungen sein, die Kosten für Batteriepacks für Elektroautos weiter zu drücken. Mehr als 60 Prozent günstiger sollen die Batterien sein (wieder sind die Zellen nicht mitberechnet, die teuersten Teile der Batterie), die Cenex während der zweijährigen Projektphase entwickelt hat.

Leichter, günstiger und gleichzeitig mit ebenso hoher Leistungsfähigkeit wie normale Batterien? Das sollte ersteinmal skeptisch machen. Und tatsächlich liegt die Einschränkungen darin, dass es nicht die Zellen sind, die weiterentwickelt wurden, sondern deren Verbindung. Doch ist es nur logisch, dass ein Auto mit weniger Gewicht, weniger Sprit also Strom verbraucht. Was das für die tatsächlichen Gewichts- und Energieeinsparungen aber bedeutet, das ist schwer zu sagen – eine Anfrage dazu blieb von Cenex bisher unbeantwortet.

Möglich machen soll diese Gewichts-und Preisreduktion ein kompromissloser Verzicht auf Batteriekomponenten, die nicht unbedingt nötig sind. So hat Cenex eine Technik entwickelt, die die meisten Drähte und Schrauben, die normalerweise in Batterien verbaut sind, überflüssig macht.

Zum Vergleich: Die, für das Projekt verwendete Referenzbatterie mit vier Kilowattstunden Speicherkapazität hat mehr als 800 einzelne Bauteile, die von Cenex entwickelte Batterie besteht gerade einmal noch aus knapp 200 Teilen.

Mehr Sicherheit dank Isolation bei BatteriebrandDoch nicht nur leichter und günstiger soll die neue Batterie sein, auch mehr Sicherheit sollen die Cenex-Akkupacks bieten. Wie der Blog Green Car Congress berichtet, isoliert die Batterie im Falle eines Brandes automatisch die betroffenen Zellen. Brennende Batterieblocks, wie sie kürzlich bei Tesla für Furore und einbrechende Aktienkurse sorgten, könnten so schon bald der Vergangenheit angehören.

Wie sehr sich leichtere Batterien auf das Gesamtgewicht eines Elektroautos auswirken können, zeigt das Beispiel von Teslas Model S, der derzeit vermutlich erfolgreichste und leistungsstärkste Stromer: Bis zu 600 Kilogramm seines Gesamtgewichts von rund zwei Tonnen gehen auf das Konto des Batterieblocks.

Die neuartigen Batterien wurden bereits einem Langzeittest an der britischen Loughborough University unterzogen. In wenigen Tagen will Cenex auf einer Veranstaltung den Leichtbau-Akku der Öffentlichkeit präsentiert. Anschließend muss die Batterie zeigen, was sie wirklich kann.

Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%