Hinkley Point: Brexit bringt neues Atomkraftwerk ins Wanken

Hinkley Point: Brexit bringt neues Atomkraftwerk ins Wanken

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Noch ist es ein einfaches Feld, bald soll hier Hinkley Point C entstehen.

Die Situation um den AKW-Neubau Hinkley Point wird durch den Brexit immer verworrener - nicht nur wegen der hohen Subventionen.

Erstaunlich: Die britische neue britische Regierung hat nun eine Entscheidung zum Ausbau des Atomkraftwerks Hinkley Points verschoben - kurz nachdem der französische Energiekonzern EDF, der für den Bau verantwortlich sein soll, dem Projekt zugestimmt hat.

Bislang waren vor allem die britischen Regierungsvertreter für das Projekt gewesen, hatten sich 25.000 Arbeitsplätze davon versprochen. Bei EDF hatte man hingegen Zweifel, ob sich der 22 Milliarden Euro teure Bau rentieren würde.

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Dabei war der Deal gar nicht schlecht gewesen: 93 Pfund pro Megawattstunde hatte die Regierung dem Konsortium angeboten, zu dem neben EDF auch die China General Nuclear Power Corporation gehört. Moderne Windparks, die im Norden der Insel geplant sind, werden die Stromkunden aller Voraussicht nach einige Pfund weniger kosten - exklusive Endlagerung.

Die Süddeutsche Zeitung vermutet, dass die neue Premierministerin Theresa May Vorbehalte gegen das Projekt hat. Nicht nur wegen der Kosten, sondern auch, weil man einem chinesischen Staatskonzern den Zugriff auf kritische Energieinfrastruktur ermöglichen würde.

Außerdem habe EDF bei keinem der Druckwasserreaktoren des Typs EPR den Zeitplan einhalten können: In Finnland und der Normandie "sprengt der Bau der Kraftwerke jeden finanziellen und zeitlichen Rahmen", so die Zeitung.

Protest gegen Milliarden-Subventionen

Die Gesamtsubventionen könnten je nach Entwicklung der Strompreise im unteren dreistelligen Milliardenbereich liegen. Auch französische Steuerzahler - EDF ist ein Staatskonzern - könnten indirekt für das Projekt aufkommen. Klar, dass andere Energiekonzerne, Steuerzahler und ganze Staaten gegen den Bau protestieren. Luxemburg und Österreich hatten bereits gegen EU-Subventionen geklagt, die nach dem Brexit allerdings nicht mehr fließen dürften.

Der Ökoenergieanbieter Greenpeace Energy hat nun Vertretern des Bundeskanzleramtes eine Petition übergeben, die die Regierung auffordert, konsequent gegen geplante Atomprojekte in Europa vorzugehen. Über 62.000 Unterzeichner fordern von der Regierung, die Energiewende und den Atomausstieg auf europäischer Ebene zu verteidigen - auch mit Blick auf Hinkley Point.

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