H&M: Recycling-Kollektion aus gesammelten Altkleidern

H&M: Recycling-Kollektion aus gesammelten Altkleidern

von Malte Laub

Rabatt für alte Klamotten – dieses Modell bietet die schwedische Modekette H&M seit 2013 an. Nun kommen die Altkleider neu verarbeitet wieder in die Läden.

H&M steht vielen Leuten für billige Mode, gefertigt unter zumindest diskussionswürdigen Arbeitsbedingungen und Umweltstandards. Seit einigen Jahren bemüht sich die schwedische Textilkette allerdings um ein grüneres Image.

So können Kunden seit 2013 Altkleider in den Filialen abgeben und bekommen dafür Rabatte. Die Kleidung wiederum landet entweder im Second-Hand-Laden oder wird recycelt. (Über die Kritik daran haben wir damals ebenfalls berichtet.)

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Nun hat H&M angekündigt, die erste Kollektion aus wiederverwerteten Stoffen in die Fußgängerzonen zu bringen. Insgesamt 16 Jeans-Produkte, in denen recycelte Textilien verarbeitet wurden, sollen ab dem 3. September weltweit erhältlich sein, darunter diverse Hosen, Hoodies und Jeansjacken. Neben den recycelten Stoffen wurde Bio-Baumwolle verwendet.

„Einen geschlossenen Kreislauf für Textilien zu kreieren, in dem nicht mehr gewollte Kleidung zu neuer recycelt wird, wird nicht nur Textilabfälle minimieren, sondern auch den Bedarf an neuen Ressourcen und den Einfluss der Mode auf unseren Planeten generell reduzieren“, sagt H&M-Vorstandschef Karl-Johan Persson.

18000 Tonnen Altkleider gesammelt

Ziel des Unternehmens sei es, für seine Textilien einen solchen Kreislauf zu schaffen. Bislang habe man weltweit 18.000 Tonnen Altkleider gesammelt. H&M gibt nun an, 20 Prozent der recycelten Baumwolle für neue Produkte zu verwenden. Man investiere in neue Technologien, um den Anteil weiter zu steigern, ohne die Qualität zu vermindern.

Im Vergleich zu 2014 wolle man die Anzahl an Kleidungsstücken mit Recycling-Anteil verdreifachen, gibt das Unternehmen an. Nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP lag der Anteil solcher Kleidungsstücke am Gesamtsortiment im Sommer 2014 bei 0,2 Prozent.

Greenpeace lobt H&MDie Umweltschutzorganisation Greenpeace lobte das Unternehmen gegenüber der Agentur. „Was Textilrecycling angeht, ist H&M sicherlich ein fortschrittliches Unternehmen“, sagte Textil-Expertin Kirsten Brodde. Es sei zudem schlau, gerade die Jeans als eines der meistverkauften Produkte überhaupt für die Aktion zu wählen, da sich so unter den Kunden Bewusstsein für Recycling und Textilabfall wecken lasse.

Dennoch sieht Brodde noch Potenzial für mehr Engagement. So könne der Anteil von 20 Prozent Recycling-Baumwolle sicher noch erhöht werden.

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