Hygiene: Schüler entwickeln selbstreinigende Türklinke

Hygiene: Schüler entwickeln selbstreinigende Türklinke

von Malte Laub

Eine Beschichtung gepaart mit einem integrierten UV-Licht soll 99,8 Prozent aller Keime an einer Türklinke töten.

Ein Handschlag, ein paar Sätze getippt auf der Tastatur des Kollegen, ein Nieser des Sitznachbarn in der Straßenbahn und schon haben sie sich wieder weiterverbreitet: Keime. Die mikroskopisch kleinen Lebewesen, nicht wenige verantwortlich für Krankheiten, sitzen überall und nutzen zahllose Wege, um sich zu verstreuen.

Zwei chinesische Schüler wollen ihnen nun zumindest einen beliebten Lebensraum madig machen, der in jedem Haushalt mehrmals zu finden ist. Die Zehntklässler Sum Ming Wong (17) und Kim Pong Li (18) der Church of Christ in China Tam Lee Lai Fun Memorial Secondary School in Hong Kong haben eine Türklinke entwickelt, die Bakterien tötet.

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Beschichteter Glaszylinder gegen KeimeDie Nachwuchswissenschaftler orientierten sich für ihr Projekt an vorherigen Forschungsergebnissen und kombinierten die erprobten Bakterienkiller Titandioxid und ultraviolettes Licht (UV-Licht) miteinander. Dazu mahlten sie das Titandioxid, das schon lange als Weißpigment in Lacken und Farben verwendet wird, zu einem feinen Granulat und stellten daraus eine Beschichtung her.

Eine damit bestrichene Klinke allein dürfte vielen Keimen schon nicht mehr sonderlich heimisch erscheinen. Wirklich tödlich wird es für die Bakterien aber erst, wenn die Beschichtung UV-Licht ausgesetzt ist, also Strahlung wie sie beispielsweise im Sonnenlicht vorhanden ist. Nur wie kommt das UV-Licht ins Haus?

Bereits vor einigen Jahren hatte eine Anti-Keim-Türklinke für Furore gesorgt, die immer dann, wenn sie nicht benutzt wurde, von künstlich erzeugtem UV-Licht angestrahlt wurde. Wong und Li haben das Prinzip nun für sich adaptiert. Ihre Türklinke besteht aus einem Glaszylinder, der zwischen zwei Halterungen sitzt. In einer der Befestigungen versteckt sich eine UV-LED, die das beschichtete Glas mit der Strahlung versorgt und so 99,8 Prozent aller Türknaufkeime das Leben aushauchen lässt.

Energie beim TüröffnenDer grüne Clou: Die nötige Energie für die Lampe wird durch die Bewegung der Tür erzeugt, wenn sie geöffnet oder geschlossen wird. Einen Platz an der Steckdose brauchen Türen also auch in Zukunft nicht. Generell stellt der Türknauf, der vor allem für Krankenhäuser oder Altersheime interessant sein dürfte, nur geringe Anforderungen: Eine Gesundheitsklinke zu bauen, soll den Schülern zufolge etwa 13 Dollar kosten.

Geld genug, um einige Exemplare zu bauen, hätten Wong und Li: Sie erreichten auf der Schüler-Wissenschafts-Messe Intel International Science and Engineering Fair im US-amerikanischen Pittsburgh den mit 1500 Dollar dotierten zweiten Platz in der Kategorie Materialforschung.

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