Hyko: Leuchtender Eisbär soll Kindern das Stromsparen erklären

Hyko: Leuchtender Eisbär soll Kindern das Stromsparen erklären

von Peter Vollmer

Ein kleiner, leuchtender Eisbär soll Kindern das Stromsparen näherbringen - mit Spielen und technischem Wissen.

Ein kleines Mädchen schaut gespannt auf einen Tisch. Dort sitzt ein kleiner, halbtransparenter Kunststoff-Eisbär und leuchtet blau. Immer wieder wechselt die Farbe hin zu rot - dann springt das kleine Mädchen auf, rennt durch das Haus und zieht allerlei Stromkabel aus der Buchse.

Das Werbevideo für Hyko zeigt schon, worum es den Entwicklern geht: Strom sparen, Verbrauch visualisieren. Im wahrsten Sinne des Wortes kinderleicht soll es sein. "Erwachsene ändern ihr Verhalten kaum - Kinder schon", erklärt Andriy Shmyhelskyy sein Projekt.

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Hyko ist eine Lampe in Eisbärenform, die per Bluetooth an ein Smartphone oder Tablet angebunden werden kann. Mit der entsprechenden App können Kinder sich Geschichten anschauen und -hören und spielerisch entdecken, wie und wo Energie im Haushalt eingespart werden kann. Das soll ähnlich wie bei einem Rollenspiel laufen: Geschichten haben dazugehörende Herausforderungen, etwa das Abzählen aller elektrischen Geräte im Kinderzimmer.

Die Idee kam Shmyhelskyy in Oslo. Der Mann mit dem schwierig zu schreibenden Namen war von der Ukraine nach Norwegen gezogen, um ein Innovations- und Entrepreneurship-Studium aufzunehmen. Dabei stieß er auch auf ein Forschungsprojekt zum Energiesparen. Es zeigte ihm, wie schwierig es ist, das Verhalten erwachsener Menschen zu ändern, wenn diese sich auf bestimmte Routinen eingelassen hatten.

Seine Lösung: Kinder. Sie bekommen vieles erklärt und passen ihr Verhalten flexibler daran an. So entstand Hyko, ein Eisbär, der an die (bevorzugt smarte) Stromsteuerung einer Wohnung oder eines Hauses angeschlossen ist und vor zu hohem Verbrauch warnt.

Über den Stromversorger ins Kinderzimmer

Ein sogenanntes Storybook lässt sich bereits bei iTunes herunterladen, künftig sollen regelrechte digitale Abenteuer entstehen, in denen Kinder dem Stromverbrauch des eigenen Haushaltes nachjagen können. Welches Gerät verbraucht wie viel? Und was bedeutet der abstrakte Wert "Watt" eigentlich?

Solche Geschichten auf der einen, die technische Anbindung auf der anderen Seite: Längst kann Shmyhelskyy das Projekt nicht mehr alleine stemmen. Ein vierköpfiges Team arbeitet an Hyko - übrigens in Amsterdam. "In Norwegen gibt es zu viel Strom aus Erneuerbaren, da spart keiner", sagt er.

Zwei Jahre Entwicklung hat Hyko nun hinter sich, 2015 sollen die ersten paar tausend Eisbären verkauft werden. Dazu spricht CareToSave, das Unternehmen hinter Hyko, Stromversorger an, die dann wiederum ihre Kunden beliefern können - ein Ansatz, der sich in der Geschäftssprache B2B2C nennt, also Business-to-Business-to-Consumer. Langfristig soll es Hyko aber auch bei Amazon und anderen Händlern geben.

Hyko hat Potenzial in Smart Homes

Eine Chance sieht Shmyhelskyy in Smart Homes. Wenn alle elektrischen Geräte vernetzt sind, dann ist es umso einfacher für Kinder, ihnen mithilfe der Hyko-Technik nachzuspüren. Smart Homes dürften den Umgang mit technischen Geräten insgesamt bequemer machen, glaubt er.

Schon jetzt findet der Eisbär Hyko in seinen Abenteuern magische Gegenstände wie den "Geräte-Finder", der Sensoren des Smartphones oder Tablets benutzt, um das elektromagnetische Feld von Elektrogeräten zu messen. Die "Energie-Fluss-Rute" zeigt Daten des SmartMeters an, das über eine Software-Schnittstelle angebunden wird.

Die Verbindung von technologischen mit pädagogischen Elementen ist auch spannend, weil sie Kindern Einblicke in die Naturwissenschaften verschafft. "Den Eisbären haben wir nicht zufällig gewählt", erklärt Shmyhelskyy, "der Klimawandel ist ein wichtiges Thema - Energie zu sparen eine wichtige Antwort darauf."

Ein Konzept, das auch die Jury des Energy App Awards überzeugte - sie zeichnete Hyko heute mit einem Preis in der Kategorie "Future Concept" aus. Das bedeutet nicht nur eine Prämie, sondern vor allem Aufmerksamkeit - von der sich Shmyhelskyy verspricht, dass sie ihm vielleicht auch den Weg durch die deutschen Behörden vereinfacht. An einer deutschsprachigen Version der Apps arbeitet er bereits.

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