Hyperloop: So soll das Reisen in Zukunft aussehen

Hyperloop: So soll das Reisen in Zukunft aussehen

von Benjamin Reuter

So reisen wir in Zukunft: In einer Kapsel, die mit Solarkraft betrieben wird und in einem Tunnel mehr als 1000 Kilometer pro Stunde erreicht.

Bisher waren es lediglich vage Erklärungen und Vergleiche, mit denen Tesla-Chef Elon Musk seinen “Hyperloop” der Öffentlichkeit präsentiert hat. So erklärte er vor einigen Wochen, der Hyperloop sei die neue Art des Reisens und eine Mischung “aus der Concorde, einer Schienenkanone und einem magnetischen Tischhockeyspiel.” Außerdem behauptete er, mit dem Hyperloop sei es möglich, wesentlich fixer als mit aktuellen Schnellzügen zu reisen und das zu einem Bruchteil der Kosten.

Lange geisterten nur vage Vermutungen durch das Web, wie die neue Technik denn aussehen könnte. Dann präsentierte Musk gestern Nachmittag US-Zeit seine Pläne in einem Post auf seinem Blog und in einem ausführlicheren mehr als 50-seitigen PDF-Dokument.

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Das sind die wichtigsten Features des neuen Fortbewegungsmittels:

- von Los Angeles bis San Francisco soll man nur noch eine halbe Stunde brauchen. Das wäre schneller als das Flugzeug

- 28 Passagiere werden in einer Kapsel sitzen, die einer Röhre steckt - eine menschliche Rohrpost sozusagen. Auf den Röhren befinden sich Solarpanels, die den Strom für die Fortbewegung liefern.

- die zwei Röhren liegen auf Stelzen, ähnlich dem Transrapid

- die hohe Geschwindigkeit von 700 Meilen pro Stunde sollen die Kapseln erreichen, indem sie durch einen Luftzug angesaugt werden und auf Luftkissen fahren

- Musk will keine Patente auf die Technik anmelden, sondern sie im Open-Source-Verfahren vorantreiben

- für die Entwicklung hat Musk die Ingenieure seiner Weltraum-Firma SpaceX herangezogen

- in drei bis vier Jahren soll ein erster Prototyp stehen

Bleibt am Ende die Frage: Warum sollte sich jemand mit der Weiterentwicklung von Musks Idee beschäftigen? Der wichtigste Grund: Kalifornien plant derzeit eine Schnellzugstrecke zwischen LA und San Francisco. Die Kosten sind mit knapp 68 Milliarden Dollar für einen Staat wie Kalifornien, der regelmäßig kurz vor der Pleite steht, nur schwer zu stemmen.

Musk verspricht nun, sein System käme mit etwas mehr als sieben Milliarden Dollar aus. Dieses Argument könnte seinem Projekt tatsächlich Chancen öffnen, weiterverfolgt zu werden.

Hier noch ein aktueller Bericht von CNN zum Hyperloop:

Nachtrag: Bei den Kosten für Schnellzugstrecke hatte sich ein Zahlendreher eingeschlichen. derzeit rechnen Experten mit Kosten von 68 Milliarden Dollar und nicht mit 28 Mrd. wie im Text geschrieben.

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