IKEA: Milliarden für Strom aus eigenen Windparks

IKEA: Milliarden für Strom aus eigenen Windparks

von Peter Vollmer

IKEA entdeckt den Klimaschutz: Eine Milliarde Euro wollen die Schweden bis 2020 dafür ausgeben - vor allem, um eigene Windparks zu bauen.

Mit einer regelrechten Klimaoffensive startet IKEA in den Sommer: Eine Milliarde Euro will Firmen-Präsident Peter Agnefjäll bis 2020 in den Klimaschutz stecken, den größten Teil davon in eigene Wind- und Solaranlagen. Seit Ende Mai kann das Einrichtungshaus seinen Strombedarf in Skandinavien bereits durch eigene Windparks decken.

In den vergangenen Jahren bemüht sich IKEA zunehmend um den Klimaschutz. Ein Stück weit dürfte das eine Reaktion auf den schlechten Ruf sein, der IKEA Ende des vergangenen Jahrzehnts anzuhaften drohte. Illegaler Holzschlag, hohe Formaldehydwerte und Einsatz von umstrittenem Palmöl: Die Vorwürfe von Umweltschützern haben am Markenkern gekratzt.

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Drei Windfarmen in SkandinavienDie Kombination von Wohlfühleinrichtung und Umweltskandalen funktioniert nicht; vielleicht hatte IKEA auch die Bereitschaft seiner Kunden unterschätzt, grüne Produkte zu kaufen. Jetzt aber steuern die Schweden um: 76 Prozent der verkauften Baumwolle sei bereits aus „nachhaltigeren“ Quellen, mehr als 700.000 Sonnenkollektoren wurden weltweit auf IKEA Gebäuden installiert und ab 2020 wolle man immerhin so viele Bäume pflanzen, wie man fälle, wirbt das Unternehmen. (Den Nachhaltigkeitsbericht gibt es hier.)

Nun also die Energieunabhängigkeit daheim: Mit der Eröffnung der dritten Windfarm in Skandinavien produziert IKEA 361 Gigawattstunden im Jahr. Zusammen mit Biomasse-Kraftwerken in Schweden decke das den Bedarf nicht nur der eigentlichen Möbelhäuser, sondern auch von Büros und Fabriken.

Das Einsparpotenzial in Skandinavien ist dabei gar nicht so hoch: Skandinavien hat derzeit die günstigsten Strompreise in Europa, sechs bis acht Cent zahlen Verbraucher etwa in Schweden und Finnland für eine Kilowattstunde.

Bis 2020 selbst versorgenIKEA baut aber mittlerweile auch in anderen Ländern. 314 Windkraftanlagen sind weltweit installiert, auch in Deutschland. Ende des Jahres sollen etwa anderthalb Milliarden Euro in die erneuerbare Energieversorgung gesteckt worden sein. „Das ist ein großer Schritt in Richtung unseres eigentlichen Ziels: bis 2020 so viel erneuerbare Energie zu produzieren, wie wir weltweit nutzen“, erklärt der Steve Howard, der Nachhaltigkeitschef des Unternehmens.

Rund 600 Millionen Euro wird IKEA dafür nach eigenen Schätzungen noch zusätzlich auf den Tisch legen müssen, 100 Millionen davon für Photovoltaik. Hinzu kommen noch einmal 400 Millionen Euro, die die Stiftung IKEA Foundation an Familien und Gruppen zahlen will, die am stärksten von den Folgen des Klimawandels betroffen sind. Einen Einfluss auf die Preise sollen die Ausgaben übrigens nicht haben.

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