Innovation: Mit Solarfallen gegen Malaria

Innovation: Mit Solarfallen gegen Malaria

von Patrick Schultz

Niederländische Wissenschaftler sagen der Malaria den Kampf an – mit solarbetriebenen Fliegenfallen. Die Technik liefert ein bayrisches Unternehmen.

Niederländische Forscher wollen ein neues Einsatzgebiet für Sonnenenergie erschließen: Den Kampf gegen die Malaria. Wie die Universität Wageningen bekannt gab, rüstet ein Forscherteam auf der kenianischen Insel Rusinga im Viktoriasee derzeit mehr als 4000 Hütten mit solarbetriebenen Moskitofallen aus.

Moskitos sind die Hauptüberträger der tödlichen Tropenkrankheit Malaria. Da es auf Rusinga keine Stromversorgung gibt, bekommt jede Hütte ein kleines Solarpanel aufs Dach: Das Panel leistet bis zu 20 Watt und versorgt über eine angeschlossene Batterie nicht nur die Mückenfalle, sondern auch zwei Lampen und ein Handy-Ladegerät mit Strom.

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Projektleiter Willem Takken von der Universität Wageningen glaubt, dass seine Solarfallen-Lösung Zukunft hat: Nachdem jahrelang übermäßig Pestizide gesprüht worden seien, reagierten die Moskitos auf viele der Insektengifte nicht mehr. Fallen statt Gift sei daher „der umweltfreundliche und nachhaltige Ansatz“, so Takken. Ein erster Testlauf mit 18 Fallen sei vielversprechend verlaufen.

Technik aus Bayern

Geliefert werden die Moskitofallen vom bayrischen Unternehmen Biogents. Mit einer speziellen  Chemikalie – „Menschenduft“ – und dem Ausstoß von Kohlenstoffdioxid – „Menschenatem“ – locken die Fallen Moskitos an und saugen sie dann ins Innere. Der Stromverbrauch liegt laut Biogents-Geschäftsführer Martin Geier bei etwa 3,5 Watt pro Falle. Die Solarpanels zur Stromversorgung werden in Kenia von Ubbink East Africa gefertigt und kosten um die 30 Euro pro Stück.

Die Forscher schätzen, dass es noch etwa anderthalb Jahre dauern wird, bis die mehr als 4000 Hütten auf der kenianischen Insel alle mit Solarstrom und Moskitofallen versorgt sind.

 

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