Innovation: Solar-Folie verhindert Verdunstung und liefert gleichzeitig Strom

Innovation: Solar-Folie verhindert Verdunstung und liefert gleichzeitig Strom

von Angela Schmid

Eine Solar-Folie soll in trockenen Regionen nicht nur Wasser schützen, sondern auch Strom erzeugen.

Wasser verdunstet in trockenen Regionen schnell. Damit Reservoirs nicht austrocknen, werden die Becken deshalb mit Folien abgedeckt. Ein Unternehmen hat nun einen doppelten Zweck für diese Folien entwickelt: Das Produkt der Firma Contitech, die zur Continental-Gruppe gehört, verhindert nicht nur die Verdunstung, es ist auch mit Solarzellen bestückt und liefert auf diese Weise Strom.

Die innovative Folie könnte damit nicht nur Probleme bei der Wasserversorgung beseitigen, sondern auch bei der Energieversorgung in besonders trockenen Regionen der Erde. Dafür wird ein Becken mit Wasser gefüllt und die Solar-Folie mit dem langen Namen „Dynactiv Power – with integrated solar technology“ darüber gelegt. Die Handhabung ist einfach, auch weil aufwändige Betonierung und große Baustellen entfallen. Die 25 Meter langen und 1,5 Meter breiten Bahnen können einfach verlegt und miteinander verbunden werden und halten 20 Jahre lang.

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Auf diese Weise soll bis zu 40 Prozent mehr Brauchwasser aus dem Reservoir erhalten bleiben, mit dem zum Beispiel Ackerflächen bewirtschaftet werden können. Zudem produziert der mit Photovoltaik-Modulen bestückte Folienverbund Strom mit einer Leistung von ungefähr 500 Kilowatt pro 10.000 Quadratmeter. Das reicht aus, um ein Kleinkraftwerk mit einer Leistung von fünf Megawatt zu betreiben. In einem Forschungsprojekt in Israel testet Contitech zurzeit den Nutzen der Folie.

Eine Folie, die auch Industriestaaten helfen kannNutzen können die Sonnenenergie nicht nur umliegende Haushalte, sondern auch Pumpstationen, die die das Wasser in abgelegene Regionen transportieren. Eingesetzt werden kann die Solar-Folie zum Beispiel bei Wasserentsalzungsanlagen oder der Trinkwasseraufbereitung.

„Die Nachfrage nach einer netzunabhängigen Wasser- und Stromversorgung ist massiv“, sagt Tobias Haarburger, Manager beim Contitech-Geschäftsbereich Benecke-Kaliko. Ländliche Regionen könnten in „urbanisierte[n] Gesellschaften“, in denen Trockenzeiten herrschten, nicht in dem Maße versorgt werden wie Ballungsräume.

Haarburger meint damit nicht nur Entwicklungs- oder Schwellenländer. Auch großen Flächenländern wie den USA, Australien, China oder Saudi-Arabien falle dies schwer. Die Folie soll nun allen helfen: „Bisher gibt es keine Systeme, die konsequent Wasserschutz mit klimaschützender Energiegewinnung verbinden.“

 

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