Innovation: Student entwickelt Trinkflasche, die sich selbst füllt

Innovation: Student entwickelt Trinkflasche, die sich selbst füllt

von Anna Gauto

Das Fontus-System ist eine Fahrrad-Trinkflasche, in der sich durch Kondensation Wasser bildet. Gerade trockene Regionen könnten profitieren.

Man kennt das von heißen Sommertagen: Die Luftfeuchtigkeit wirft kleine Wasserperlen an die Bierflasche aus der Kühlbox. Denn kühlt heiße Luft ab, kondensiert sie zu Wasserdampf. Bereits ein Kubikmeter Luft enthält bei einer Temperatur von 20 Grad Celsius 17,3 Gramm Wasser.

Gerade trockene Länder nutzen das Prinzip der Kondensation, um etwa aus Morgentau Trinkwasser zu gewinnen. Der österreichischem Studenten Kristof Retezár arbeitet mit einer ähnlichen Methode. Nachdem ihm buchstäblich im Traum eine magische Flasche erschienen war, die das Problem der Wasserknappheit löste, machte er sich an die Arbeit.

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Gemeinsam mit dem Elektrotechnik-Studenten Bojan Masirevic entwickelte er an der Universität für Angewandte Kunst Wien das Fontus-System. Als Radzubehör am Rahmen angebracht, füllt Fontus während der Fahrt eine leere Flasche mit Wasser auf.

 Fontus erntet in einer Stunden 0,5 Liter WasserWas nach faulem Zauber klingt, funktioniert mit Hilfe eines Helfers, der sich auch in Kühlschränken findet, dem Peltier-Element. Dieses sitzt als kleiner Kühler in dem länglichen Fontus-Kasten, durch den Solar-Strom fließt. Erwärmt sich eine Seite des Fontus-Apparates durch Elektrizität, kühlt die andere Seite ab. Dort schlägt sich Luftfeuchtigkeit nieder, die durch einen Schlauch in eine Trinkflasche abfließt. Damit viel Wasser fließen kann, muss heiße, möglichst feuchte Luft abkühlen. Dann, so Retezár, könne man in nur einer Stunde einen halben Liter Wasser "ernten".

Den notwendigen Strom liefern bei Sonnenschein Solarzellen, bei schlechtem Wetter ein Akku, die beide in das Fontus-System intergiert sind. Fontus funktioniere mit jeder beliebigen 0,5-Liter-PET-Flasche, sagt Retezár.

Seine Erfindung soll aber nicht nur als Fahrradzubehör Verwendung finden. Retezár geht es vor allem um die mehr als zwei Milliarden Menschen, die unter Wasserknappheit leiden. Laut Retezár enthalte die Atmosphäre rund 13.000 km³ ungenütztes Süßwasser. Seine Entwicklung sei ein Versuch diese Ressource zu entdecken, um das Leid zu lindern.

Kosten: Nur 20 bis 30 EuroEntdeckt wurde Retezár einstweilen von der Stiftung des Staubsaugererfinders James Dyson, die Fontus für den gleichnamigen Award nominiert hat.

Wenn die Wunder-Flasche einmal auf den Mark kommt, dürfte sie bezahlbar sein. Denn die Basiselemente seien als Massenware nicht teuer, sagt Retezár. Er geht von 20 bis 30 Euro aus, wenn Fontus für soziale Zwecke eingesetzt wird.

Die Technologie wurde bislang nur unter simulierte Bedingungen getestet. Jetzt will Retezár einen Prototypen optimieren und ihn für die Serienproduktion tauglich machen. Dafür sucht er derzeit nach Investoren – wenn das System auch unter realen Bedingungen funktioniert, dürfte ihm das nicht schwer fallen.

 

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