Kompost-Flieger: Diese Bio-Drohne löst sich nach dem Absturz auf

Kompost-Flieger: Diese Bio-Drohne löst sich nach dem Absturz auf

von Sabrina Keßler

Die NASA entwickelt biologisch-abbaubare Tarn-Drohnen: Nach einem Crash lösen sich die fliegenden Spione einfach auf.

Wenn Eierkartons fliegen könnten, sie würden wahrscheinlich so aussehen wie diese Drohne. Was ulkig aussieht, hat für die US-amerikanische Raumfahrtbehörde NASA allerdings einen ernsten Hintergrund: Die graue Drohne soll vor allem dort eingesetzt werden, wo ein Absturz die Umwelt verschmutzen könnte oder der Einsatz geheim bleiben soll. Die Drohne muss also nicht nur hervorragend fliegen können, sondern vor allem eins: sich nach dem Absturz restlos auflösen.

Als Material kam für die Forscher nur eins in Frage: Pilze. Das Pilz-Material, sogenanntes Mycelium, wird bereits in Wein-Verpackungen oder als Bestandteil von Surfbrettern verwendet. Für die Drohne wird der Pilz zusätzlich mit bakterieller Cellulose ummantelt und mit einem Eiweißmantel aus dem Speichel der Feldwespe versiegelt. Dieser Speichel soll die Drohne wie bei Wespennestern vor Wasser schützen.

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Unauffindbar nach AbsturzDank dieser Materialien soll sich die Drohne nach einem Absturz selbstständig biologisch abbauen und ein Auffinden unmöglich machen. Perfekt für verdeckte Spionagen, die nicht enttarnt werden sollen, findet die NASA. „Niemand könnte sagen, ob ein Glas Zuckerwasser verschüttet wurde, oder ob dort ein Fluggerät abgestürzt ist“, erklärt NASA-Forscherin Lynn Rothschild dem Online-Magazin New Scientist.

Auch die Schaltkreise der Drohne sind dank silberner Nano-Partikel nach einem Absturz biologisch abbaubar. Allerdings sind den Ingenieuren auch Grenzen gesetzt. „Es gibt Teile, die definitiv nicht aus abbaubarem Material gebaut werden können“, sagt Entwickler Raman Nelakanti dem New Scientist. Bei ihrem ersten Flug auf der International Genetically Engineered Machine Competition in Boston beispielsweise war die Drohne mit Propellern eines konventionellen Quadrocopters ausgestattet. Auch die Batterie war technischer Standard.

Am Ende ihrer Entwicklung sind die Forscher dementsprechend noch lange nicht. Das Team arbeitet bereits an Sensoren, die durch E.coli-Bakterien ersetzt werden sollen. 100 Prozent biologische wäre die Drohne damit noch immer nicht, aber alle mal umweltfreundlicher, als ein abgestürztes Fluggerät aus Plastik.

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