Konkurrenz für Kickstarter und Co.: Neue Crowdfunding-Plattform gestartet

Konkurrenz für Kickstarter und Co.: Neue Crowdfunding-Plattform gestartet

von Benjamin Reuter

Mit Oneplanetcrowd gibt es eine neue Online-Plattform, auf der nachhaltige Startups Geld sammeln können.

Seit einigen Tagen ist Deutschland um eine Crowdfunding-Plattform reicher: Oneplanetcrowd, die 2012 in den Niederlanden starteten und jetzt den Sprung ins Nachbarland wagen. Die Idee ist wie bei allen ähnlichen Plattformen recht simpel: Unternehmens-Gründer oder Erfinder können ihre Ideen im Internet präsentieren und dafür bei Interessierten Geld einsammeln. Im Gegenzug erhalten die Spender Produkte oder Goodies des Unternehmens.

Die größten derartigen Plattformen kommen mit Kickstarter und Indiegogo aus den USA. In Deutschland gibt es mit Greencrowding, Bettervest, Ecocrowd und Econeers eine Reihe von Anbietern, die ausschließlich Nachhaltigkeits- und Grüne-Energien-Projekte präsentieren.

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Da kann man sich fragen, warum Deutschland nun noch eine Crowdfunding-Plattform braucht? Die Antwort von Egbert Hünewaldt, Managing Partner des Unternehmens in Deutschland: "Crowdfunding steckt noch in den Kinderschuhen. 2014 investiert jeder Deutsche im Schnitt ungefähr 0,65 bis 0,85 Euro auf diesem Weg. Der Markt wird enorm wachsen und sich in Segmente aufteilen." Und eines davon will Hünewaldt und sein Team mit Oneplanetcrowd besetzen.

Beratung für die StartupsDie Plattform konzentriert sich nämlich nicht wie die anderen Anbieter vor allem auf den Bereich Energie- und Energieeffizienz, sondern auf sogenannte ökosoziale Startups. Das sind Jungunternehmen, die mit ihrem Geschäft nicht nur auf Gewinn aus sind, sondern zum Beispiel die soziale Situation ihrer Zulieferer verbessern wollen.

Wie das geht, zeigen drei der ersten neun Projekte auf der Plattform: Da ist einmal das Startup Headmates aus Passau, das Rentnerinnen durch das Stricken von Mützen einen Nebenverdienst garantiert. Da sind die Taschenmacherinnen von Beliya aus Hamburg, die mit einem Teil ihrer Einnahmen die Schulbildung für Kinder in Afrika finanzieren und Recycling-Material nutzen. Hinzu kommt noch das Startup Chocqlate aus München, das besonders nachhaltig angebauten Kakao für vegane Schoko-Selbstmach-Sets nutzt.

Besonders an Oneplanetcrowd sind aber nicht nur die präsentierten Unternehmen, sondern auch der Auswahlprozess. Kann im Grunde jeder bei den großen US-Plattformen wie Kickstarter ein Projekt zur Finanzierung einstellen, suchen die Oneplanetcrowd-Mitarbeiter die Startups aus. Die Kriterien sind dabei:

- Das Unternehmen muss einen ökologischen oder sozialen Mehrwert erwirtschaften,- es muss sicherstellen, die versprochene Gegenleistungen für die Unterstützung auch zeitnah produzieren und liefern zu können- und es muss mehrere formale Kriterien erfüllen, zum Beispiel einen Schufa- und Handelsregisterauszug.

Im Gegenzug berät Oneplanetcrowd die Startups auch bei der Präsentation ihrer Projekte. Erreichen sie die angestrebte Finanzierung, erhält die Plattform sieben Prozent des Betrags.

In den Niederlanden bietet die Plattform neben der Möglichkeit für die Spenden auch Wandelanleihen an und richtige Investitionsmodelle. Dabei werden die Mitarbeiter der Plattform vom Wagniskapitalgeber Startgreen beraten, der gleichzeitig Anteile an Oneplanetcrowd hält. Und das durchaus mit Erfolg: Beim bisher höchsten Crowdfunding steckten knapp 500 Investoren rund 560.000 Euro in die Carsharing-Plattform Snappcar. Seit Oktober 2012 haben Unterstützer auf Oneplanetcrowd insgesamt 64 Projekte mit mehr als 3,3 Millionen Euro Kapital versorgt. Von diesem Erfolg sollen nun auch Startups in Deutschland profitieren.

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