Künstlerprojekt: Ein Wassertropfen für die Wüste

Künstlerprojekt: Ein Wassertropfen für die Wüste

von Wolfgang Kempkens

Ein niederländischer Künstler will mit einem künstlichen Wassertropfen Feuchtigkeit in der Wüste auffangen. Die technischen Details sind aber noch unklar.

Ap Verheggen will die Wüste zum Blühen bringen. Der Künstler und Gründer des Unternehmens ArtGlacier hat sich eine Art künstlichen Wassertropfen ausgedacht. Das kaum mehr als handgroße Gebilde soll Wasser aus Wüstenluft produzieren. Bisher ist die Idee allerdings lediglich in einer Zeichnung festgehalten.

Die Oberseite des Wassertropfens soll demnach mit Solarzellen bestückt werden, die tagsüber Strom erzeugen, der wohl in einer Batterie gespeichert wird – an technischen Details fehlt es hier (noch). Bei Einbruch der Nacht soll der Tropfen aktiv werden. Ein Ventilator lässt die immer noch heiße Luft in den Tropfen strömen. Dort befindet sich ein Material, das in der Nacht Kälte speichert. Daran kondensiert das in der Luft enthaltene Wasser. Es wird in einer Wanne aufgefangen, die den unteren Teil des Tropfens ausmacht. Wie aus einer Kaffekanne kann das gesammelte Wasser per Tülle ausgegossen werden. Darin befindet sich ein austauschbarer Kohlenstofffilter, der Fremdstoffe zurückhält (Bilder zu dem Projekt finden Sie hier).

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Nicht mehr als Science Fiction - bisherVerheggen geht richtigerweise davon aus, dass Luft umso mehr Wasser speichern kann, je wärmer sie ist. Ob das auch für trockenheiße Wüsten gilt, ist allerdings nicht sicher. Verheggen glaubt jedoch, dass Wüstenluft mehr Wasser enthält als die in New York nach einem Regenguss im Frühling. „Auf diese Weise werden Trinkwasser und Wasser für die Bewässerung in den meisten Trockengebieten unseres Planeten verfügbar“, sagt der Den Haager Künstler. Er gibt allerdings zu, dass es sich – zumindest vorerst – um Science Fiction handelt.

Eine zweite Vision des Künstlers ist schon ein bisschen weiter. Gemeinsam mit der niederländischen Sektion des Kältespezialisten Cofely hat er das Prinzip bereits in einer künstlichen Wüste getestet, die in einem Container untergebracht ist. Die Großanlage produziert aus Wüstenluft Wasser, das ein Kühlaggregat teilweise in Eis umwandelt. Das dient als Kondensator für die weitere Produktion von Wasser. Die Energie liefert auch in diesem Fall die Sonne mittels Solarzellen. Sie bedecken das 200 Quadratmeter große Gebilde, dessen Form dem Blatt einer Ulme ähnelt. Das Eis erreichte bei den Tests im Wüstencontainer eine Dicke von zehn Zentimetern.

Wie viel Wasser eine solche Anlage produzieren könnte, ist offen, ebenso technische Details. Darin ähneln sich die Wüstenanlage und der Wassertropfen.

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