Kunst mit Nutzen: Solarlampe von Olafur Eliasson erobert Entwicklungsländer

Kunst mit Nutzen: Solarlampe von Olafur Eliasson erobert Entwicklungsländer

von Nora Marie Zaremba

Die Solarlampe „Little Sun” des Künstlers Olafur Eliasson bringt Menschen Licht, die keinen Zugang zu Strom haben.

Die „Little Sun“ ist nicht bloß eine solarbetriebene Lampe. Das zumindest sagt ihr Erfinder, der dänisch-isländische Künstler Olafur Eliasson. In seinen Augen ist der sonnenförmige Lichtspender - faustgroß und knallgelb - ein Kunstwerk. Aber eben eines, das auch im Alltag zu gebrauchen ist.

An einem gelben Umhängeband um den Hals getragen, wird die „Little Sun” zur ausgefallenen Taschenlampe. Sie kann aber auch von der Decke baumeln oder an Mopeds und Fahrrädern befestigt werden.

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Vier Stunden Licht aus fünf Stunden Sonnenenergie

Neben dem Spaß-Faktor soll die kleine Lampe aber vor allem eine Lichtquelle für diejenigen sein, die keinen Zugang zu Strom haben - weltweit sind das 1,6 Milliarden Menschen. 

Dank eines Solarmoduls auf der Rückseite der Lampe reichen fünf Stunden Sonnenenergie für vier Stunden helles Licht aus. Nach drei Jahren werden die drei Batterien im Inneren der Lampe ausgetauscht.

Die Lampe wurde von Eliasson zusammen mit dem dänischen Ingenieur Frederik Ottesen entwickelt.

Vorbild für SozialunternehmerDie „Little Sun” gibt es schon seit zwei Jahren und ist weltweit im Einsatz. Und doch macht die kleine Sonne – vielleicht gerade wegen der an sich einfachen Idee – immer wieder Eindruck. So auch kürzlich auf der Konferenz „Sustainable Profits“ in Berlin, bei der sich Kreative und Unternehmer zum Thema Nachhaltigkeit austauschten.

Vor dem Hintergrund der Frage, wie sich mit einer nachhaltigen Idee in der Kreativwirtschaft Geld verdienen lässt, berichteten soziale und ökologische Startups – zum Beispiel das Elektrofahrrad-Unternehmen Urban E oder der ausschließlich in Deutschland produzierende Kinderspielzeughersteller Rosemeyer’s – von ihren Erfahrungen.

Keine Entwicklungshilfe, sondern UnternehmertumAuch die „Little Sun” zeigt, dass eine soziale Idee gepaart mit Kreativität Geld bringen kann. Ihre Macher verstehen sich nicht als Entwicklungshelfer, denn die kleinen Sonnen werden keinesfalls gespendet. Sie werden verkauft und das bisher mehr als 150.000 Mal.

In den USA, Kanada und Europa kostet sie rund 20 Euro. In den acht afrikanischen Ländern, in denen sie bisher angeboten wird, ist sie sehr viel günstiger. Mit den Einnahmen aus den westlichen Ländern werden die Sonnen-Lampen in Afrika und der Aufbau eines lokalen Händlernetzes querfinanziert.

Die Little Sun zahlt sich für die lokale Bevökerung in mehrfacher Hinsicht aus: Ohne Zugang zu Strom sind die Menschen auf Diesel als Brennstoff für Generatoren angewiesen. Das ist nicht nur gesundheits- und umweltschädlich – sondern auch teuer. Der Preis einer Little Sun entspricht den Kosten für die Dieselmenge von drei bis sechs Monaten.

Unbestreitbar profitiert die „Little Sun” davon, dass sie mit ihrem Erfinder Eliasson ein prominentes Gesicht hat. Mit seinen Licht-Installationen ist der Künstler in Museen auf der ganzen Welt vertreten. Aus dem Lampen-Projekt ist mittlerweile das Unternehmen „Little Sun” mit Sitz in Berlin hervorgegangen, wo Eliasson auch eines seiner Ateliers hat.

Das langfristige Ziel ist es, die Sonnen-Lampe in vielen weiteren Schwellen- und Entwicklungsländern zu verkaufen. Außerdem will das Unternehmen bald noch mehr kreative, solarbetriebene Produkte entwerfen.

Hier das Video zur Little Sun:



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