LED: Solarlaterne erobert Entwicklungsländer

LED: Solarlaterne erobert Entwicklungsländer

von Jürgen Klöckner

Solarlampen für arme Länder gibt es viele. Meist sind sie zu teuer. Nicht so d.light: Bis 2020 soll sich die LED 100 Millionen Mal verkaufen.

Ein bisschen wirkt es so, als hätte Donn Tice in seinen Werbevideos bei Claus Hipp abgekupfert, dem deutschen Chef des Herstellers für Babynahrung. Tice tritt in Werbevideos gerne selbst auf. Er ist das Gesicht seiner Firma und lächelt nach markigen Sätzen wie: „Wir verkaufen eine leuchtende Zukunft“ zufrieden in die Kamera. Der Amerikaner wirbt auch für Qualität, allerdings nicht mit seinem Namen.

Statt Tice heißt sein Produkt d.light, eine solarbetriebene LED-Lampe für Entwicklungsländer - wo ein Lichtschalter nicht selbstverständlich ist und viele ohne einen Anschluss ans Stromnetz auskommen müssen. 1,4 Milliarden Menschen sind das laut Weltbank, weitere 1,3 Milliarden haben keine stabile Energieversorgung.

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Gerade für diese Gegenden gibt es eine Menge spannender LED-Konzepte, wir berichteten. Was d.light ihnen allerdings voraus hat: Die Solarlampe kommt nicht frisch aus dem Labor, sondern geht bereits fünf Jahre über die Ladentheke. Und das sogar ziemlich erfolgreich. In 40 überwiegend afrikanischen und asiatischen Ländern leuchten die Solarlampen schon, bislang seien über 10 Millionen verkauft worden.

Tice hat genügend Erfahrungen um zu wissen, wie man eine grüne Idee in die Welt bringt. Er arbeitet seit 30 Jahren in der Cleantech-Branche, gründete 1997 sein erstes Startup und leitete zwischenzeitlich zwei internationale Unternehmen. 2010 wurde er dann Chef von d.light, das er bereits kurz nach der Gründung 2007 beriet. Zusammen mit den Erfindern Sam Goldman und Ned Tuzon wollte er der Wunderlampe zum Durchbruch verhelfen.

Bis zu 16 Stunden LichtDer Anspruch: Sie musste auch unter widrigen Bedingungen mehrere Jahre funktionieren. Deswegen ist sie auch kein Designwunder, sondern vor allem funktional. Selbst nach einem heftigen Regen oder Sandsturm leuchtet sie noch. Außerdem ist sie ziemlich stabil: Angeblich überlebt die Lampe mit ihrem empfindlichen Solarpanel einen Sturz aus der zweiten Etage eines Wohnhauses, man kann es mit dem Auto überrollen oder sie treten wie einen Fußball.

Selbst dann noch speichert sie bei Tag Sonnenenergie und leuchtet je nach Modell zwischen vier und 16 Stunden lang. Tice verspricht, dass der Akku mindestens zehn Jahre seine volle Leistung behält. Auch Handys lassen sich mit ihr laden.

Und sie ist gut für die Umwelt. In Gegenden ohne Strom brennen Nachts meist Kerosinlampen, deren Betrieb nicht nur umweltschädlich und gefährlich, sondern auch teuer ist. So lasse sich mit der d.light sogar Geld sparen, sagt Tice.

Kein Luxusgut, aber auch kein SchnäppchenSchwer nachzuvollziehen, ob das wirklich stimmt. Die Laterne zählt zwar nicht zu den Luxusgütern auf ihren Märkten, ein Schnäppchen ist sie aber auch nicht. Je nach Modell und Land steht sie für sieben bis 40 Dollar im Regal, was es umso erstaunlicher macht, dass sie sich so gut verkauft. Ob das ein Kampfpreis ist oder nicht - ebenfalls schwer zu beurteilen. Tice lässt offen, wie hoch Gewinn oder Produktionskosten sind.

Die Nachfrage ist jedenfalls enorm: Bis zu 300.000 Laternen verkauft Tice mittlerweile pro Monat. Doch damit gibt er sich nicht zufrieden: Bis 2020 will er 100 Millionen Laternen verkauft haben, also im Vergleich zu heute mehr als das zehnfache.

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