Licht dank Schwerkraft: Entwickler starten Produktion in Afrika

Licht dank Schwerkraft: Entwickler starten Produktion in Afrika

von Jonas Gerding

Das GravityLight aus Kenia schafft mit einem sinkenden Gewicht Licht allein aus Körperkraft.

Gute Ideen erreichen beim Crowdfunding oft erst mit einem letzten Kraftakt die anvisierte Summe. Die richtig guten Ideen hingegen schießen schon einmal weit über das Ziel hinaus.

399.590 Dollar, siebenmal so viel wie nötig, überwiesen vor etwa zweieinhalb Jahren tausende Unterstützer weltweit, um den Bau einer kleinen, neuartigen und verblüffend wirksamen Lichtquelle zu fördern: dem GravityLight. Fossile Energien und Akkus braucht die handliche Lampe nicht. Alleine mit Hilfe der Schwerkraft wird Energie erzeugt, um die Leuchte für eine halbe Stunde zum Brennen zu bringen.

Anzeige

In diesen Tagen läuft die Kampagne für ein überarbeitetes Modell, das dort hergestellt werden soll, wo es am ehesten gebraucht wird: in Kenia, einem ostafrikanischen Land, in dem viele Haushalte von teuren und umweltschädlichen Petroleumlampen abhängig sind.

Den Vereinten Nationen zufolge haben 1,3 Milliarden Menschen weltweit keinen Zugang zu elektrischem Licht, um nach Einbruch der Dunkelheit zu kochen, zu lernen oder zu arbeiten. Oft setzen sie auf improvisierte Lampen, in denen Petroleum verbrennt und die gesundheitsschädliche Dämpfe verbreiten. 780 Millionen Frauen und Kinder auf der Welt sollen dadurch jeweils so viel verpestete Luft einatmen, als würden sie täglich 40 Zigaretten rauchen, schätzt die Weltbank.

Ein radikalerer Ansatz musste herSozialunternehmen und Hilfsorganisationen haben sich bereits dem Problem angenommen. Sie entwickeln und verbreiten kompakte Lampen, die mit Photovoltaik betrieben werden. Einer der Vorreiter ist SolarAid. Die Organisationen wandte sich vor mehreren Jahren mit der Bitte an den britischen Produktdesigner Jim Reeves und sein Team, ein weiteres jener Solarmodelle zu entwerfen. Stabiler Nachfolger: das GravityLight2 (Copyright: GravityLight)[/caption]

Das GravityLight2 sei robuster, breiter, länger nutzbar und leichter zu bedienen. "Aber es geht uns nicht alleine um das Produkt", fährt Reeves fort: "Wir möchten auch lokale Jobs, Fähigkeiten und Existenzgrundlagen schaffen". Dafür haben sie Burn Coookstove Manufacturers als Partner gewonnen. In den Hallen der kenianischen Fabrik sollen ab September 2015 Lampen produziert werden. Bislang kommen sie aus China.

Das ostafrikanische Land würde sich unter anderem dafür eignen, weil sich die Einzelteile der Zulieferer problemlos über den Hafen Mombasa zu der Firma transportieren lassen.

Schon wieder scheinen sie die Finanzierungshürde locker zu nehmen. Die angepeilten 200.000 Dollar haben sie bereits eingespielt (Stand Mitte Juni). Kommen in der verbleibenden Woche weitere 100.000 Dollar zusammen, werden sie sich an die Entwicklung des GravityLight Radios machen. Dann könnten auch Sendungen mit Nachrichten, Bildung und Unterhaltung zur Entwicklung von Regionen beitragen, die unter einem Mangel an Elektrizität leiden.

Sehen Sie hier, wie der Entwickler Jim Reeves bei einem TEDxTalk im Frühjahr vergangenen Jahres von seiner Vision schwärmt, Milliarden Menschen mit günstigem Licht zu versorgen.

Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%