Loopwheels: Diese Laufräder machen jedes Fahrrad zum Fully

Loopwheels: Diese Laufräder machen jedes Fahrrad zum Fully

von Felix Ehrenfried

Federgabel adé... Ein britischer Erfinder hat ein Laufrad entwickelt, das die Federung gleich mitbringt.

Passionierten Radler kennen das: Nach einer Fahrt über Kopfsteinpflaster oder den Ausflug in ein kleines Schlagloch fühlt man sich durchgeschüttelt und nicht selten trägt das geliebte Bike Blessuren in Form von geplatzten Schläuchen oder einer Macke im Laufrad davon.

Denn gerade moderne Fahrräder werden einerseits immer leichter und eleganter, gleichzeitig führt der Wunsch nach einem geringen Gewicht dazu, dass für aufwendige Federkonstruktionen kein Platz mehr ist.

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So steht der gewillte Käufer heute vor der Wahl: Leicht und wenig Dämpfung oder vollgefedert, dafür mit einem Gewicht oftmals jenseits der Zwölf-Kilomarke.

Inspiration am FlughafenGeht es nach dem britischen Produktdesigner Sam Pearce, dürfte leicht und gut gedämpft jedoch bald schon kein Widerspruch mehr sein. Er hat mit dem Loopwheel ein Laufrad entwickelt, das die Federung integriert hat.

Möglich macht das ein komplettes Umdenken des Aufbaus eines Fahrradlaufrades. Dort, wo sonst die Speiche die Felge mit der Nabe verbindet, hat Pearce drei Karbonverbundbögen eingesetzt, die sich ähnlich eines Sportbogens zwischen Felge und Nabe spannen.

Mittels dieser Konstruktion absorbieren die drei Bögen direkt mögliche Schläge und Stöße des Untergrunds und sollen so den Fahrkomfort eines vollgefederten Mountainbikes bei gleichzeitig geringem Gewicht ermöglichen.

Kinderwagen war IdeengeberDie Idee für das Loopwheel kam Pearce, der gemeinsam mit seiner Frau die Website Jelly Products betreibt, während er in den Niederlanden auf einen Flug wartete. Dort beobachtete er, wie ein Kind aus seinem Buggy fiel, weil die Mutter beim Schieben mit dem Kinderwagen eine kleine Bordsteinkante traf und dieser sich dort verkantete. "Da habe ich mich gefragt, wieso Räder nicht eine integrierte Federung haben, um derartige Stöße abzufangen", erklärt Pearce gegenüber dem Blog Treehugger.

Der Zwischenfall ereignete sich 2007, mittlerweile hat Pearce nach über 70 Prototypen sein erstes Loopwheel für die Serienproduktion vorgestellt. Dabei arbeitete der Produktdesigner unter anderem mit einem Hersteller für Sportbögen zusammen. Mit einer Größe von 20 Zoll eignet sich die erste Version besonders für Klappräder, jenen Fahrradtyp, bei dem eine Federung besonders häufig Mangelware ist.

Nach einer Kickstarter-Kampagne, bei der 211 Unterstützer mehr als 21.600 britische Pfund  (knapp 30.000 Euro) spendeten, arbeitet Pearce mit seinem Team nun an weiteren Varianten des Loopwheel. So will er mit speziellen Laufrädern mit 24 und 25 Zoll Durchmesser auch Rollstühle in Zukunft mit seiner Variante der Radfederung ausrüsten.

Wartungsarm, aber teuerDie Materialien des Loopwheels sollen einerseits sehr belastbar sein, gleichzeitig sollen die vollgefederten Räder so gut wie keine Wartung benötigen. Auch der Austausch soll problemlos möglich sein. In seinem Shop bietet Pearce bisher knapp zehn Varianten des Loopwheel mit unterschiedlichen Ausstattungen und Designs an.

Die günstigsten Laufräder kosten 310 Pfund (rund 430 Euro) pro Stück, ein Hinterrad mit Elfgang-Nabenschaltung schlägt mit happigen 739 britischen Pfund (rund 1000 Euro) zu Buche.

Das Konzept von Pearce hat durchaus Charme. Dank der Loopwheels lässt sich leichtes Gewicht vermutlich besser mit Fahrkomfort vereinen, als es bisher möglich war.

Wer keine Probleme mit dem außergewöhnlichen Design der Loopwheels hat, dürfte dennoch zwei Kritikpunkte an den neuartigen Laufrädern finden: Zum einen ist der Preis unverhältnismäßig hoch, zum anderen ist es fraglich, wie alltagstauglich die aufwendige Konstruktion wirklich ist. TÜV, übernehmen Sie!

 Hier noch ein Video zum Loopwheel:



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