McKinsey: Drei Gründe, warum saubere Technologien den Durchbruch schaffen

McKinsey: Drei Gründe, warum saubere Technologien den Durchbruch schaffen

von Benjamin Reuter

Energie, Beleuchtung, Recycling: McKinsey-Experten beschreiben, warum Cleantech den Energiemarkt aufmischen wird.

"Die Welt steht vor einer Rohstoffrevolution." Damit beginnen die Energieexperten des Beratungsunternehmens McKinsey einen ausführlichen Artikel über die sauberen Technologien der Zukunft. Der lesenswerte Text hat den Titel "Myths and Realities of Clean Technologies" (Mythen und Wahrheiten sauberer Technologien).

Gemeint ist mit Rohstoffrevolution aber nicht der Abbau von Erzen, sondern der Energiemarkt, der sich in den nächsten Jahren vollkommen verändern wird.

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In ihrem Text räumen die Autoren Sara Hastings-Simon, Dickon Pinner und Martin Stuchtey mit drei Mythen auf und beschreiben so gleichzeitig, warum saubere, umweltfreundliche Technik in den nächsten Jahren endgültig den Durchbruch schaffen.

Mythos 1: Neue, saubere Technologien haben keinen Einfluss auf Unternehmen

Ganz im Gegenteil, schreiben die Autoren. Schon heute machen Erneuerbare 18 Prozent der globalen Energieversorgung aus. 2035, so schätzt die Internationale Energieagentur, werden 60 Prozent der Investitionen im Bereich Energieerzeugung in Wind- und Solarkraftwerke fließen.

Schon jetzt zeige sich bei der LED-Beleuchtung wie eine neue, saubere Technologie den Markt aufrollt. Auch die Energieversorger weltweit haben mit dem Erfolg der Solarenergie zu kämpfen, die immer mehr private Verbraucher nutzen.

Weitere Zukunftstechnologien, die McKinsey für "disruptiv" hält und die ganze Märkte auf den Kopf stellen könnten, sind unter anderem: digitale Energieeffizienz-Anwendungen für Häuser und die Lebensmittelbranche; intelligente Stromnetze und -speicher; selbstfahrende Autos und die Vernetzung des Straßenverkehrs und die Trinkwasseraufbereitung.

Wie stark sich Wind- und Solaranlagen in den vergangenen Jahren entwickelt haben, zeigt diese Grafik:

Mythos 2: Die Entwicklung grüner Technologien kommt nicht voran

Auch das stimmt nicht. Die Preise für Windstrom an Land haben sich laut den McKinsey-Autoren in den vergangenen 15 Jahren halbiert. Ebenso verlief die Kurve bei den Kosten für Batteriespeicher - allerdings im Zeitraum zwischen 2009 und 2012!

Der Preis für superefffiziente LED-Leuchten sei in den vergangenen fünf Jahren sogar um 85 Prozent gefallen. Dasselbe gelte für Recyclingtechnologien - sowohl im Bereich Wasser als auch beim Abfall. Die Kosten für Solaranlagen könnten zwischen 2008 und 2020 um immerhin fast 80 Prozent fallen.

Hinzu kommt: Die Investitionen in saubere Energieerzeugung haben sich zwischen 2005 und 2012 von 30 Milliarden US-Dollar auf 160 Milliarden vervielfacht. Das zeigt: Saubere Technik macht aktuell Quantensprünge, was ihre Bezahlbarkeit angeht.

Mythos 3. Cleantech überlebt nur dank staatlicher Subventionen

Staatliche Unterstützung (zum Beispiel Gesetze oder Zahlungen, die saubere Technologien fördern) spielen für den Erfolg sauberer Technik immer weniger eine Rolle, schreiben die McKinsey-Autoren. Weltweit würden Subventionen und Einspeisevergütungen für Erneuerbare Energien zurückgefahren, dennoch würde der Markt weiter wachsen - bei Wind- und Solarenergie um 57 Prozent pro Jahr. LED-Beleuchtung setze sich auch in Märkten durch, wo es noch normale Glühbirnen zu kaufen gebe.

Interessant dabei, wie die drei Autoren schreiben: Nicht nur die sinkenden Preise für saubere Technologien machen sie wettbewerbsfähiger und weniger abhängig von staatlicher Unterstützung, sondern auch neue Geschäftsmodelle. So werden immer mehr Solaranlagen nicht mehr verkauft, sondern vermietet - das macht sie für viele Menschen erschwinglicher.

Das Fazit also: Grüne Technik erobert mit großen Schritten Marktanteile - ihr eigentlicher Durchbruch steht damit kurz bevor.

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