Mehr Nachhaltigkeit in Unternehmen: So geht's

Mehr Nachhaltigkeit in Unternehmen: So geht's

von Katharina Matheis

Eine neue Studie nennt die Schlüsselfaktoren für nachhaltigen Handel.

Nachhaltigkeit ist keine Kann-Entscheidung, sondern ein Muss: In 15 Jahren übersteigt die Weltbevölkerung die Acht-Milliarden-Marke, Umweltbelastung und  Ressourcenverbrauch steigen jährlich. Damit stehen auch die Unternehmen in der Verantwortung, sich um Ressourcen- und Umweltschutz zu bemühen.

Das britische Beratungsunternehmen Oxford Analytica und die Commerzbank haben nun konkrete Handlungsfelder für Unternehmen im Bereich Nachhaltigkeit definiert. Die Studie „Five drivers of sustainable trade“ wird heute in Berlin präsentiert.

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Vorwürfe ernst nehmenUnverzichtbarer Bestandteil nachhaltigen Handels ist laut Studie eine stärkere Transparenz. Verbraucher, Medien und NGOs sind sensibler geworden, sie beobachten die gesamte Wertschöpfungskette der Produkte.

Umweltbelastungen, Menschenrechtsverletzungen und Korruptionsprobleme Fehltritte eines Unternehmens werden unter anderem von den Medien und in sozialen Netzwerken sofort aufgegriffen. Unternehmen müssen daher laut Studie Schwierigkeiten selbst identifizieren und mit Vorwürfen von außen selbstkritisch umgehen.

Ein weiterer Baustein für mehr Nachhaltigkeit ist aus Sicht der Autoren die Kooperation mit den sogenannten Anspruchsgruppen. „Wenn Unternehmen mit NGOs und Verbrauchern zusammenarbeiten, wird das ein breites Feld der Innovationen schaffen“, prognostiziert die Studie.

Das reiche von Forschung und Entwicklung bis zum Marketing. Die Zusammenarbeit nutze den Unternehmen auch auf anderer Ebene: Wer proaktiv in Dialog mit Konsumenten tritt, könne regulatorische Einschränkungen von vornherein vermeiden.

Appell an die UnternehmenBei der Aufgabe, die Wirtschaft nachhaltiger zu machen, steht laut Studie auch der Finanzsektor in der Verantwortung: „Der Bankensektor hat wahrscheinlich größeren Einfluss auf die Nachhaltigkeit als jede andere Branche“. Denn Banken entscheiden, welche Gesellschaftsbereiche finanziert werden - und welche nicht. Hier sei es ein großes Defizit, dass keine einheitlichen Maßstäbe und Report-Regeln bestehen.

Und welche Rolle spielt die Politik? Umweltgesetze seien auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit unumgänglich. Diese dürften aber nicht zu „grünem Protektionismus“ führen, heißt es in der Studie. „Hier gibt es viel Raum für den Missbrauch von Nachhaltigkeit, um letztlich markverzerrende Maßnahmen umsetzen“, warnen die Autoren.

An sich sind diese Vorschläge alle nicht neu und werden von Experten im Bereich Nachhaltigkeit seit Jahren diskutiert. Angekommen sind sie allerdings noch nicht bei allen Unternehmen.

Wenn sich ein großes Unternehmen wie die Commerzbank (die selbst in der Vergangenheit nicht immer mit nachhaltigen Geschäftspraktiken glänzte) sich dem Thema jetzt widmet, kann das nur gut sein – hoffentlich hören viele Unternehmen hin.

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