Mit Nanogeneratoren: Autos gewinnen Energie aus rollenden Reifen

Mit Nanogeneratoren: Autos gewinnen Energie aus rollenden Reifen

von Felix Ehrenfried

Bisher war die Reibungsenergie von rollenden Autoreifen verlorene Energie. Das könnte sich bald ändern.

Was wäre, wenn man die Energie die durch die Reibung von Autoreifen beim Rollen auf Asphalt verloren geht, zurückgewinnen könnte? Genau das wollen jetzt Forscher der University of Wisconsin-Madison geschafft haben.

Dabei bedienten sich die beiden Forscher Xudong Wang und Yanchao Mao winziger Generatoren, sogenannter Nanogeneratoren, um die Energie, die durch Reibung verloren geht, zumindest teilweise wieder zurück zu gewinnen.

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Die kleinen Generatoren, die in den Reifen ihres Testwagens verbaut sind, beziehen dabei ihre Energie aus dem sogenannten triboelektrischen Effekt. Dieser Effekt beschreibt die (elektrische) Aufladung zweier Materialien durch Kontakt und Trennung.

Im konkreten Beispiel des Autoreifens mit Nanogenerator bedeutet dies, dass elektrische Energie entsteht, wenn der Reifen auf den Untergrund auftritt und diesen anschließend wieder verlässt. Diese Energie greift eine Elektrode im Nanogenerator ab und gibt sie an das Gefährt weiter, das die elektrische Energie dann weiter nutzen kann.

Bisherige Tests an SpielzeugautoBisher haben Wang und Mao ihr neues Konzept erst an einem kleinen Spielzeugauto ausprobiert. Dessen Reifen sind mit Nanogeneratoren gespickt. Die Forscher demonstrieren den Effekt, indem sie ihren Wagen rollen lassen - die elektrische Energie die dabei von den Reifen abgegriffen wird genügt, um die Lampen des "Testwagens" leuchten zu lassen, so Science Daily.

In ihrem Forschungsbericht, der jetzt veröffentlicht wurde (hier geht es zur kostenpflichtigen Downloadseite), erklären die beiden Forscher die Potenziale, die sie hinter der neuen Technik vermuten. Bis zu zehn Prozent weniger Sprit könnten Autos in Zukunft verbrauchen, wenn sie einen Teil ihrer Energie aus der entstehenden Reibungsenergie "recyceln".

Darin sehen die Forscher auch den Reiz ihres Ansatzes: Reibungsenergie, die ansonsten verloren ist, könnte dank Nanogeneratoren in Zukunft in großen Teilen wiederhergestellt werden.

Doch bis es so weit ist, dürfte noch einige Zeit vergehen. Jetzt müssen die Forscher erst einmal beweisen, dass ihre Technik auch im großen Maßstab funktioniert. Sollte das der Fall sein, dürften innovative Autobauer nicht abgeneigt sein, den Nanogenerator im Reifen zu erproben.

 

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