Mobilität: Fünf Cleantech-Startups, die Sie kennen sollten

Mobilität: Fünf Cleantech-Startups, die Sie kennen sollten

von Benjamin Reuter

Unzählige junge Unternehmen entwickeln derzeit innovative Konzepte für den sauberen Verkehr der Zukunft. Wir stellen die fünf spannendsten vor.

Sicher: Carsharing, Mini-E-Mobile und innovative Navigationssysteme bringen inzwischen auch die großen wie BMW, Daimler und Nokia auf den Markt. Vorreiter waren aber in all diesen Bereichen Startups. Das ist immer noch so. Wer also wissen will, wie wir uns in Zukunft nachhaltiger von A nach B bewegen, sollte in die Gründerszene schauen – auch nach Deutschland.

E-Volo: Grüner FliegenWenn das keine typische Gründergeschichte ist: Stephan Wolf, seines Zeichens Industriesoftware-Entwickler lernte eines Tages in einem Onlineforum den Physiker Thomas Senkel kennen. Die beiden diskutierten Stunden lang über sogenannte „Quadrocopter“ – also ein Helikopter mit vier Rotoren. Zusammen mit dem Erfinder Alexander Zosel entstand aus diesen Diskussionen das Karlsruher Startup E-Volo.

Eine erste Testversion des kleinen Brummers, der „Volocopter“, flog tatsächlich (Video hier, eine neuere Studie zeigt das Aufmacherbild oben). In dem Fluggerät findet ein Mensch Platz. Außerdem bewegt es sich vollkommen elektrisch und kann deshalb mit Grünstrom betrieben werden. Eine Weiterentwicklung des nachhaltigen Hubschraubers soll mehrere Stunden in der Luft bleiben können. Zahlreiche Industrie- und Forschungspartner unterstützen das Projekt.

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Die wichtigste Frage zum Schluss: Was passiert bei einem Absturz? Laut den Erfindern nichts, denn ihr E-Hubschrauber ist mit einem Fallschirm ausgerüstet.

eRockit: Umweltfreundlicher Chopper

Das Zweirad sieht aus wie eine Mischung aus Bonanza-Rad und Chopper – und genau so funktioniert die Kreation des Berliner Startups eRockit auch. Der Erfinder Stefan Gulas bezeichnet den Antrieb als „Human-Hybrid“.

Das steckt dahinter: Im Grunde handelt es sich bei dem eRockit um ein Elektro-Motorrad, das sich fährt wie ein Fahrrad. Man tritt also in die Pedale und der E-Motor verstärkt die Pedalkraft. Auf eine Geschwindigkeit von bis zu 80 km/h kommen Mensch und Maschine so. Für Radwege ist das Mischgefährt nicht zugelassen, sondern nur für Straßen. Autos lässt man damit locker an der Ampel stehen (zumindest im Video hier).

Eine Batterieladung kostet rund einen Euro. Sie reicht für 50 bis 70 Kilometer. Die „Harley des 21. Jahrhunderts“, wie es auf der Webseite heißt, ist ab einem Preis von 12.460 Euro zu haben.

Graphmasters: Smarte Software gegen StausWas macht man eigentlich als Software-Geek mit 100.000 Dollar? Staus bekämpfen, antworten die frisch von der Uni gekommenen Christian Brüggemann, Sebastian Heise und Iulian Nitescu. Sie haben mit ihrem Hannoveraner Startup Graphmasters gerade den hochdotierten Microsoft Imagine Cup gewonnen.

Und so wollen die Programmierer Autoschlangen und unnötigen Abgasen in Zukunft den Garaus machen: Ein Routenverteilungsalgorithmus berechnet immer aktuell den Verkehrsfluss und dessen Entwicklung. Dafür können Daten von Navigationssystemen genutzt werden.

Dann erhält der Autofahrer über eine App auf seinem Smart Phone einen Zeit-Slot für eine bestimmte Strecke. Das soll Staus vor ihrer Entstehung verhindern. Darüber hinaus stoßen die Autos auch weniger CO2 aus, wenn sie nicht mit laufendem Motor stehen. Das Preisgeld wollen die Gründer jetzt nutzen, um ihre Anwendung Marktreif zu machen.

Bambooride: Räder aus Pandafutter

Gut, die Wiener von Bambooride sind schon lange kein Geheimtipp mehr. Dafür sehen ihre Räder aus Bambus einfach zu schick aus. Die Geschichte dahinter in Stichpunkten: Ein britischer Raddesigner wollte die Welt etwas besser machen und entwickelte mit Handwerkern aus Ghana eine Technik, Fahrradrahmen aus des Pandas liebstem Futter herzustellen.

Die Rahmen vertreiben die Ghanaer inzwischen in die ganze Welt. Auch nach Wien. Dort baut Bambooride sie zu Rennrädern und anderen Hinguckern auf. Die Österreicher wiederum liefern unter anderem Werkzeug nach Ghana.

Was neu ist: Die nachhaltige Berliner Fahrradschmiede Fairvelo könnte die Bambooride-Bikes bald in der Hauptstadt vertreiben. Bisher setzt Fairvelo vor allem auf in Europa produzierte Teile und das Wiederaufhübschen alter Räder.

Kleenspeed Technologies: Billiger StromernElektroautos sind teuer und haben kurze Reichweiten. Das gilt vielleicht für die Modelle von Renault, Mitsubishi und Co. Für das Gefährt des Silicon-Valley-Startups Kleenspeed trifft es nicht zu. Zumindest für den Prototypen, den die Kalifornier entwickelt haben. Er war gerade auf der L.A.-Autoshow zu sehen.

Der froschgrün besprühte Viersitzer soll unter 10.000 Dollar kosten, bei einer Reichweite von rund 150 Meilen. Möglich macht den niedrigen Preis ein Leasingsystem für die Batterien. Kostenpunkt 175 Dollar pro Monat. Derzeit suchen die Gründer einen Industriepartner.

Was die Jungs im sonnigen Kalifornien noch so treiben, seht Ihr in diesem Video:



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