Mobilität: Kommen unbrennbare Batterien für den Dreamliner?

Mobilität: Kommen unbrennbare Batterien für den Dreamliner?

von Wolfgang Kempkens

Die Batterien in Boeings Superflieger Dreamliner fangen Feuer. Deutsche Forscher haben eine Lösung: unbrennbare Akkus für Mobilität und Energiewende.

Manch ein Elektroauto ist schon in Flammen aufgegangen. Viele Laptops auch. Schuld daran waren Lithium-Ionen-Akkus, die mehr Energie aufnehmen können als alle anderen Batterien, die bei niedrigen Temperaturen arbeiten. Diese hohe Energiedichte führt allerdings dazu, dass sie leicht überhitzen und zu brennen anfangen. Vor allem, wenn sie beschädigt werden.

Möglicherweise ist dieses Batterieverhalten jetzt auch Boeing zum Verhängnis geworden. Im Bestreben, Gewicht zu sparen, hat sich der amerikanische Flugzeugriese für Lithium-Ionen-Batterien entschieden. Kürzlich hat wohl eine in einem japanischen Flugzeug Feuer gefangen. Seitdem darf der Dreamliner, der eher zum Alptraum geworden ist, nicht mehr starten. Und Boeing hat die Auslieferung gestoppt.

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Mit einem Akku der Li-Tec Battery GmbH im sächsischen Kamenz, einer Tochter des Chemiekonzerns Evonik und des Autoherstellers Daimler, wäre das wohl nicht passiert. Gemeinsam mit Partnern aus Industrie und Wissenschaft hat das sächsische Unternehmen eine feuerresistente Lithium-Ionen-Batterie entwickelt.

In diesem Stromspeicher sind die Membranen, die eine Barriere zwischen Plus- und Minuspol (Anode und Kathode) bilden, nicht aus Kunststoff, sondern aus nicht brennbarer Keramik. In Versuchen, bei denen eine solche Batterie von einem massiven Gegenstand durchbohrt wurde, ließ sich das beweisen: Trotz des inneren Kurzschlusses gab es kein Feuer.

Sichere Akkus für StromerDie Akkus, die Li-Tec Battery baut, sind in erster Linie für Elektroautos und stationäre Anwendungen gedacht, also für Stromspeicher, die Wind- und Solarstrom zwischenspeichern. Klaus Engel, Vorstandsvorsitzender von Evonik: „Hier entsteht ebenso wie im Automobilbereich ein Milliardenmarkt.“

Noch ist die Entwicklung nicht abgeschlossen. Vor allem muss die Produktionstechnik noch verändert werden, um zu günstigeren Preisen zu kommen. Dabei hilft bis zum Jahr 2015 das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit einer Förderung in Höhe von 60 Millionen Euro.

Die Industrie, neben Evonik und Daimler auch BASF, Bosch und Volkswagen, steuern weitere 360 Millionen Euro bei. Partner auf wissenschaftlicher Seite sind die Universität Münster, das Forschungszentrum für Energietechnologie an der Universität Oldenburg, das der örtliche Energieversorger EWE sponsort, und das HTW-Institut Power Engineering Saar.

Zu den ehrgeizigsten Zielen gehört der Bau von Großspeichern mit einer Leistung von einem Megawatt und mehr, die Netzschwankungen auf Grund des unregelmäßigen Stromangebots von Wind- und Solargeneratoren innerhalb von Sekunden ausgleichen.

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