Nachhaltige Autos: Das Material macht's

Nachhaltige Autos: Das Material macht's

von Andreas Zynga

Nicht nur alternative Treibstoffe können Autos nachhaltiger machen. Auch das Material hilft dabei.

Andreas Zynga ist CEO des Innovationsdienstleisters NineSigma. Für WiWo Green erstellt er regelmäßig einen Innovationsmonitor, der die Trends und Neuheiten der Nachhaltigkeitsbranchen überblickt.

Ob Elektrobatterie oder Dieseltank - wie grün ein Auto ist, hängt nicht nur davon ab, wo die Energie herkommt. Auch die verbauten Materialien haben einen großen Einfluss auf CO2-Fußabdruck, Gewicht und Umweltfreundlichkeit.

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Einen bahnbrechenden neuen Ansatz für die Automobilproduktion hat kürzlich das Start-up Divergent Microfactories aus San Francisco vorgestellt. Die Technologie kreist um eine geschützte Lösung, die sich „Node“ (Knoten) nennt:  ein 3D-gedrucktes Verbindungsstück aus Aluminium, das Carbonstangen zusammenhält und so das Fahrgestell bildet. Durch diese Technik verbrauchen Hersteller nicht nur weniger Material, sondern auch weniger Energie. Zudem ist das Gewicht des mit Hilfe der Nodes aufgebauten Rahmens bis zu 90 Prozent leichter als bei herkömmlichen Fahrzeugen, dabei aber sehr viel stärker und robuster.

Das Herzstück von Divergent Microfactories ist „Blade“, der weltweit erste 3D-gedruckte Supersportwagen. Der Prototyp, entworfen und hergestellt mit der Divergent Microfactories-Technologie, ist eines der umweltfreundlichsten und leistungsstärksten Autos der Welt.

Hanf für die InneneinrichtungDer Trend zur Umstellung auf nachhaltige Materialien scheint allgegenwärtig zu sein. Auch Ford hat mit dem Unternehmen Unifi zusammengearbeitet, um REPREVE – eine umweltverträgliche Hochleistungsfaser aus alten Plastikflaschen – in viele Fahrzeuge zu verbauen. REPREVE kommt unter anderem auch im neuen Ford F-150 zum Einsatz, einem der meistverkauften Autos in den USA. Das soll Ford dabei helfen, im Laufe des Jahres 2015 mehr als fünf Millionen Plastikflaschen aus den Deponien zu verwerten.

Andere führende Automobilhersteller wie Mercedes, BMW oder auch Sportwagenhersteller Lotus benutzen Hanf - ein natürliches, biologisch abbaubares Material - für die Innenräume ihrer Autos. Abgesehen vom Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit schätzen Automobilhersteller Marihuana, weil es Fahrzeuge leichter und dadurch sparsamer macht. Darüber hinaus kann das Material auch in Flugzeugen eingesetzt werden Aller Voraussicht nach tritt das weltweit erste Hanfflugzeug, welches aus 75 Prozent Hanf besteht, noch in diesem Jahr seinen Jungfernflug an.

So leicht wie nieDas Thema Gewichtsreduzierung ist zu einem der Hauptziele Hersteller geworden, um die Kraftstoffeffizienz zu steigern und den Schadstoffausstoß zu reduzieren. Fahrzeuge mit einem hohen Aluminiumanteil, beispielsweise die neueste Generation des Range Rover und Range Rover Sport, sind jeweils bis zu 420 Kilogramm leichter als Vorgängermodelle.

Carbonfaserverstärkter Kunststoff (CFK) erhält endlich Einzug in die Massenproduktion des Premium-Segments (Quelle: SGL Group). Als „Carbon Core“ bezeichnet, hat BMW mit der neuen 7er-Reihe eine innovative Hybrid-Bauweise eingeführt, die das Modell bis zu 130 Kilogramm leichter macht als den Vorgänger – und das trotz deutlich verbesserter Komfort- und Sicherheitsmerkmale.

Mit dem zunehmenden Interesse an nachhaltigen Materialien ist die Automobilindustrie stetig auf Kurs in eine nachhaltigere Zukunft.

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