Nachhaltiger Zement: Firma stellt Klinker aus CO2 her – dank Korallen-Technik

Nachhaltiger Zement: Firma stellt Klinker aus CO2 her – dank Korallen-Technik

von Jennifer Garic

Die Zementherstellung produziert viel CO2. Nun soll Kohlendioxid zu einem Bestandteil von Klinker werden.

Einerseits findet sich in allem Lebendigen auf der Erde Kohlenstoff. Andererseits richtet Kohlenstoffdioxid einen großen Schaden in der Natur an. Besonders das industriell ausgestoßene CO2 trägt bekanntlich zur Klimaerwärmung bei. Künstler und Forscher haben sich dem Problem angenommen und präsentieren immer neue Wege, um Kohlenstoff zu verwenden – ob als Schmuck oder als Druckertinte.

Eine Firma namens Calera könnte nun eine weitere Lösung gefunden haben. Sie will aus Kohlendioxid Zement herstellen. Zement gilt als eines der wichtigsten Baumaterialen der Welt, weil er leicht zu verarbeiten und dennoch stabil ist. Allerdings erzeugt die Zementproduktion weltweit etwa sechs Prozent des gesamten menschenverursachten CO2-Ausstoßes.

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Korallen nutzen CO2, um Kalkskelett aufzubauenDas amerikanische Unternehmen Calera will nun schon während der Zement-Produktion verhindern, dass CO2 ausgestoßen wird. Zement wird aus Ton und Kalkstein hergestellt. Der Kalkstein besteht größtenteils aus Calciumcarbonat, das sich wiederum unter anderem aus Kohlendioxid zusammensetzt. Genau dieses CO2 will Calera in seinem neuartigen Zement anders gewinnen.

Dafür hat sich Calera an den Tricks der Natur bedient und ein Konzept basierend auf Korallen erarbeitet, das das CO2 dauerhaft in Häusern binden soll. Die Nesseltiere nutzen das CO2 aus dem Meerwasser, um ihr Kalkskelett aufzubauen.

Calera will dieses Konzept in einen mit Meerwasser gefüllten Tank übertragen. Durch diesen soll das ausgestoßene Kohlendioxid einer Firma gepumpt werden. Das im Meerwasser enthaltene Calcium soll dann im Kontakt mit dem Kohlenstoffdioxid auskristallisieren und so zu Klinker, dem Grundstoff für Zement, werden.

Tests ja, Einsatz neinNoch scheint das Konzept allerdings nicht ausgereift genug zu sein, um tatsächlich bei Fabriken eingesetzt zu werden: Abgesehen von Tests und seinem Konzept kann das Start-up bisher nicht viel vorweisen.

Auch in Deutschland wird eine nachhaltige Nutzung von CO2 geprüft. Ein Team des Forschungszentrum Jülich und des Energiekonzerns RWE füttern Mikroalgen mit dem ausgestoßenen Kohlenstoffdioxid aus dem Braunkohlekraftwerk Niederaußem. Die Algen wachsen durch das viele CO2 besonders schnell und können dann als Basis für Biosprit verwendet werden.

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