Neues Konzept: Starbucks testet Recycling-Becher

Neues Konzept: Starbucks testet Recycling-Becher

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Einwegbecher sorgen für eine Menge Müll - nur um am Ende verbrannt zu werden. Das zu ändern ist schwierig.

von Peter Vollmer

In Großbritannien testet Starbucks wiederverwertbare Becher - in Deutschland ist ein ähnliches Konzept vor einem Jahr gescheitert.

Mit wiederverwertbaren Einwegbechern will die US-Kaffeekette Starbucks in Großbritannien ihren Müll deutlich reduzieren. Immerhin 2,5 Milliarden Becher landen dort jedes Jahr auf dem Müll. In Deutschland schwanken die Zahlen zwischen 2,8 (Branchenschätzung) oder 6,4 Milliarden Stück (Verbraucherzentrale), je nachdem wer sie erhebt.

Klar ist: Das ist zu viel. Nur einer von 400 Bechern im künftigen Ex-EU-Staat wird recycelt. Laut Guardian soll heute aber der "Frugalpac cup" des Erfinders Martin Myerscough in ersten Testläufen über die Theke gehen. "Wir testen diesen, um zu schauen, ob er unsere Standards für Sicherheit und Qualität erfüllt, aber auch mit Blick auf die Recycling-Fähigkeit", sagte ein Starbucks-Sprecher der britischen Zeitung.

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Das Problem: Die Pappbecher sind mit einer Folie beschichtet, damit der Becher nicht aufweicht. Diese lässt sich beim Recycling aber nicht mehr so einfach abtrennen - also landet der Becher in der Müllverbrennungsanlage. Neue Becher brauchen wieder neues Holz und neuen Kunststoff.

Deutsche Gründerin mit Öko-Becher gescheitert

Nur hat sich die Suche nach einer Alternative bislang als schwierig erwiesen. Vor vier Jahren haben wir über den "Slash Cup" geschrieben - dieser funktionierte vom Prinzip ein wenig wie manche aktuellen Bio-Joghurtbecher: Ein dünnes inneres Gefäß aus Kunststoff und eine stabilisierende Außenhülle aus Recycling-Papier. Dieses sollte bedruckt sein, mit Werbung, Sammelbildern oder Gutscheinen, damit die Kunden die beiden Teile auch getrennt entsorgen.

Vor einem Jahr warf die Gründerin schließlich hin. "Wir wollten kein Green Washing betreiben, keine Schönfärberei. Sondern ein Produkt entwickeln, das eindeutig etwas besser macht. Mit dem Werkstoff Zuckerrohr-Bagasse – der papierähnliche Abfallstoff aus der Zuckerrohr-Verarbeitung – hatten wir auch ein Material an der Hand, das diesen Anforderungen in Sachen CO2 Bilanz gerecht wird. Aber wir mussten lernen: Die mechanische Belastbarkeit des Materials reicht nicht aus, um auf gängigen Papieranlagen mit gleichbleibender, höchster Qualität verarbeitet zu werden", schrieb die Gründerin Natalie Richter via Indiegogo.

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In Deutschland bietet Starbucks schon länger Rabatt auf mitgebrachte Tassen an - oder gibt eigene aus.

Auch deshalb äußert sich die Starbucks-Sprecherin so zurückhaltend - von der guten Idee zum guten Produkt ist es ein schwieriger Weg. Der Frugalpac-Becher soll anders funktionieren, mit einer sehr dünnen Kunststoffschicht. Dünn, aber in einer Recycling-Vorstufe ebenfalls sehr leicht zu entfernen. Damit ähnelt das Konzept dem Becher des niederländischen Unternehmens AkzoNobel, über den wir 2014 geschrieben haben.

In Deutschland gibt es Kaffeesatz geschenkt

Die Testreihe beginnt nur wenige Monate, nachdem Starbucks in Großbritannien etwas ausprobierte, was es in Deutschland schon lange gibt: einen Rabatt auf mitgebrachte Becher. Immerhin ein halbes Pfund, also umgerechnet 60 Cent gibt es dafür. In Deutschland sind es nur 30 Cent.

Für die Zukunft plant auch Starbucks in Deutschland, weniger Abfall zu produzieren. Man wolle "ein Viertel unserer Getränke in wiederverwendbaren Behältern anbieten", heißt es von dem Unternehmen. Was viele nicht wissen ist, dass deutsche Kunden noch einen anderen Vorteil genießen: Bei entsprechender Verfügbarkeit schenkt Starbucks Gästen einen Beutel (2,27 kg) mit Kaffeesatz, der für den Kompost oder als Dünger im Garten dient.

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