Pangea Sun: Berliner Tüftler bauen einen modularen Laptop

Pangea Sun: Berliner Tüftler bauen einen modularen Laptop

von Marius Hasenheit

Beim modularen Laptop von Pangea Electronics kann man Teile einfach selbst austauschen.

Stellen Sie sich vor, sie könnten die Recheneinheiten ihres Laptops austauschen - so dass er unterwegs zwar langsamer ist, aber der Akku plötzlich zehn statt vier Stunden hält. Austauschbare Festplatten sorgen dafür, dass sich Arbeit und Privatvergnügen auf dem selben Gerät trennen lassen. Nichts ist verklebt oder verlötet, alle Teile lassen sich austauschen.

Mit dem neuen Laptop Pangea Sun will das Berliner Start-ups Pangea Electronics die modulare Bauweise beim Laptop etablieren. Und wer möchte, kann die Gerätebastelei noch weiter treiben: Dank der quelloffenen Open-Source-Konstruktion, kann man den Laptop mit eigener Software und Bauteilen modifizieren und die Pläne dann online teilen.

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Pangea Electronics sammelt gerade Geld, um sein modulares Notebook zu bauen. Modulare Elektronikgeräte sind vor allem seit der zweiten, modularen Generation des Fairphones immer mehr ins Blickfeld gerückt. Die Geräte sollen einige Vorteile bringen: Gehen sie kaputt, sind die beschädigten Teile leicht austauschbar. Ebenso wenn die Hardware nicht mehr mit der Software Schritt halten kann.

Das sollte im Endeffekt die Lebensdauer des Gerätes verlängern. Auch ließe sich mit einem solchen Laptop auf verschiedenen Festplatten und mit verschiedenen Konfigurationen arbeiten. In Zeiten, in denen viele Menschen einen Privatlaptop und einen Arbeitslaptop besitzen, kann das sehr praktisch sein.

Die vier Entwickler beschäftigen sich schon eine ganze Weile mit dem Pangea Sun. Immerhin zwei Jahre investierten sie in die Entwicklungsphase. Für die Produktion bauen sie auf einen erfahrenen Auftragsfertiger. Trotzdem ist es erstaunlich, dass ein kleines Start-up die technischen Schwierigkeiten meistert, an denen beispielsweise Google mit seinem modularen Smartphone noch zu knabbern hat.

Das Start-up will den Laptop in Kindia, einer Stadt im westafrikanischen Guinea, herstellen. Dadurch wollen sie helfen, dort eine nachhaltige IT-Wirtschaft aufzubauen. Beispielsweise soll an örtlichen Schulen vermittelt werden, wie die Produktion des Laptops funktioniert.

Hobbybastler können selbst Module entwickelnIn der Crowdfundingkampagne für Pangea Sun geht es nun um ein solides und nicht sonderlich teures Notebookmodell. Der Pangea Sun besitzt mit 14 Zoll, einen eher kleinen Bildschirm. Der Gesamtspeicher ist 32 Gigabyte groß, der Arbeitsspeicher 2 Gigabyte. Das Besondere an der Standardausstattung: Als Betriebssystem wird Google Android 5.1 Lollipop dienen – doch auch andere Betriebssysteme sind in Planung.

Ein Alleinstellungsmerkmal des Unternehmens ist die Quelloffenheit des Projektes. Nutzer sollen auf technische Spezifikationen und 3D-Modelle zugreifen können. Zusätzlich soll es ein Open-Source-Modul für das Notebook geben, welches mit eigener Elektronik gefüllt werden kann. Versierte, technische Hobbybastler, die Makercommunity, können dann selbst Module entwickeln und Baupläne austauschen und im Online-Shop von Pangea anbieten.

Die schnellsten Unterstützer bekommen den Pangea Sun für unter 500 Euro. Langfristig ist das Ziel des Unternehmens, weitere Module anzubieten. Gleichzeitig könnten gebrauchte, funktionsfähige Module ausgetauscht werden. Und das Unternehmen will zukünftig den Laptop auch abgesehen von der längeren Lebensdauer grüner machen: Momentan stammt das Gehäuse des Prototypen noch aus dem 3D-Drucker. Bald will Pangea Electronics allerdings mit besser abbaubaren Gehäusematerialien experimentieren.

Das zu Beginn recht eigenwillige Werbevideo für die Crowdfundingkampagne können Sie hier sehen:

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